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10 Dinge, die uns im September aufgemuntert haben

Wer hat Bock auf gute Nachrichten?
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Europas Meeresboden wird geschützt!

In mehr als 16.000 Quadratkilometer der EU-Gewässer unter 400 Meter Tiefe werden die schädlichen “bodenberührenden” Fischereimethoden verboten. Hilfsmittel wie Grundschleppnetze schaben den Meeresboden ab und zerstören vulnerable Ökosysteme.

Diese Gebiete hätten bereits seit 2018 durch eine Verordnung geschützt sein sollen, die auch die Schleppnetzfischerei unter 800 Metern Tiefe verboten hatte. Doch die Bestimmung der Gebiete dauerte sehr lange... Nun ist es aber soweit: 87 Gebiete (also 1,16% der EU-Gewässer) im Nordostatlantik werden geschützt!

Eine niederländische Stadt verbietet Werbung für Fleisch!

Fleischkonsum trägt zum Klimawandel bei - das weißt du sicher. Die Stadt Haarlem in den Niederlanden hat deshalb beschlossen, Werbung für Fleisch zu verbieten, genauer gesagt: Fleischprodukte aus Massentierhaltung. Übrigens gilt das auch für andere klimaschädliche Produkte: touristische Flugreisen, fossile Brennstoffe und Autos, die fossile Brennstoffe wie Benzin verwenden.

Das Ziel: den Konsum dieser umweltschädlichen Produkte nicht zu fördern. Das Verbot wird 2024 in Kraft treten, sobald die aktuellen Werbeverträge einiger Unternehmen der Fleischindustrie auslaufen.

In Australien wächst die Vegetation nach den riesigen Waldbränden von 2019 wieder nach!

Vielleicht erinnerst du dich noch an die Mega-Waldbrände, die Australien Ende 2019/Anfang 2020 heimgesucht hatten: Eine Fläche so groß wie zweieinhalb Mal Belgien war abgebrannt!

Der entstandene CO2-Ausstoß war…
  • Etwa die Hälfte der Emissionen Australiens in einem Jahr
  • Genauso groß wie die Emissionen Australiens in einem Jahr
  • Mehr als Australien in einem Jahr ausstößt.

Aber super gute Neuigkeiten: Die Vegetation hat es geschafft, sich sehr schnell wieder zu erholen und hat somit die Kohlenstoffemissionen innerhalb eines Jahres wieder aufgenommen (dank der Tatsache, dass Pflanzen beim Wachsen Kohlenstoff absorbieren)! Nature is healing!

Leider gab es dennoch Auswirkungen auf die lokalen Ökosysteme. Außerdem ist das Phänomen ein ziemlicher Sonderfall (→ man kann nicht erwarten, dass das gleiche in Deutschland passieren würde, weil wir hier nicht die gleiche badass-Vegetation haben). Trotzdem eine super Nachricht!

Das Unternehmen Patagonia wird den Umweltschutz finanzieren

Der Gründer von Patagonia hat seine gesamte Bekleidungsfirma (die auf 3 Milliarden Dollars geschätzt wird) einer Stiftung vermacht, die sich dem Umweltschutz widmet. Die Familie des Gründers beaufsichtigt das ganze weiterhin, da sie im Unternehmensvorstand vertreten ist.

Zwar bleibt Patagonia eine Marke für brandneu hergestellte Kleidung, und wie du wahrscheinlich weißt, ist die Modeindustrie ziemlich umweltschädlich. Doch die Firma gehört nun der Stiftung, die sie weiterführen, und die von Patagonia erwirtschafteten Gewinne für den Schutz des Planeten verwenden wird.

Täglich vegetarische Gerichte in den Mensen von Grenoble (Frankreich)

Seit dem neuen Schuljahr sind die Gerichte, die den Schülern in Grenoble angeboten werden, standardmäßig vegetarisch. Das ist ziemlich cool für unseren Planeten!

Es ist zwar immer noch möglich, Fisch oder Fleisch zu bestellen, aber man muss es speziell beantragen (und das ist gut so, denn der Fleischkonsum ist ziemlich klimaschädlich und Fisch trägt zur Überfischung und zur Verschmutzung der Meere bei).

Europa geht gegen importierte Waldrodung vor

Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja, Gummiholz, Rindfleisch...

Der europäische Konsum dieser sechs Produkte ist verantwortlich für...
  • 3% der Waldrodung durch den Weltmarkt
  • 8% der Waldrodung durch den Weltmarkt
  • 16% der Waldrodung durch den Weltmarkt

Das Europäische Parlament hat daher eine Regelung verabschiedet, die Unternehmen, die diese Produkte (und andere wie Mais, Holzkohle, bedruckte Papierprodukte, Geflügel, Schaf...) verkaufen, dazu verpflichtet, nachzuweisen, dass sie nicht an der Waldrodung oder der Schädigung von Wäldern und bewaldeten Flächen (wie Savannen) oder an Menschenrechtsverletzungen, insbesondere an den Rechten indigener Völker, beteiligt sind.

Allerdings muss das ganze noch mit dem Europäischen Rat verhandelt werden… Das könnte schwierig werden. Aber immerhin!

Ist das Ende der fossilen Energien in Sicht?

Fossile Brennstoffe sind sehr klimaschädlich, weil sie jede Menge Treibhausgase freisetzen, die für die globale Erwärmung verantwortlich sind. Alles, was dazu beiträgt, dass weniger dieser Gase in die Atmosphäre gelangen, ist also super! Im September gab es in dieser Hinsicht viele Fortschritte:

Nr. 1: Das EU-Parlament verurteilt das EACOP-Projekt von Total

Vielleicht hast du schon von EACOP gehört, einer riesigen Rohöl-Pipeline in Ostafrika. Das Projekt wird vom Unternehmen Total Energie in Uganda und Tansania durchgeführt und wird von Umweltaktivist:innen kritisiert.

Das Europäische Parlament verurteilte nach einer Abstimmung:

  • Die Menschenrechtsverletzungen, die im Zuge des Projekts entstanden sind (und auch die Vertreibung von 100.000 Menschen ohne Entschädigung, sowie die Festnahmen von Menschenrechtsaktivist:innen)

  • Die Gefährdung vulnerabler Ökosysteme und Naturschutzgebiete sowie Wasserressourcen durch die Ölpipeline

Einige Mitglieder des EU-Parlaments hätten sich gewünscht, dass der Beschluss das Projekt (das auch hohe Treibhausgasemissionen hat) zum kompletten Halt bringen würde. Dennoch ist die offizielle Haltung des EU-Parlaments bedeutungsvoll, da sie Banken und Versicherungen davon abhalten könnte, das Projekt zu unterstützen.

Nr. 2: Keine weitere Suche nach Öl und Gas in Südafrika

Shell hatte von der südafrikanischen Regierung die Erlaubnis erhalten, 2014 und 2021 entlang der südafrikanischen Küste nach Öl und Gas zu suchen. Dafür mussten Explosionen in der Tiefsee erzeugt werden, um die Reserven zu orten... nicht gerade eine Wohltat für die Umwelt, ganz zu schweigen davon, dass wir laut der Internationalen Energieagentur alle neuen Projekte im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen einstellen sollten, um die +1,5°C globale Erwärmung nicht zu überschreiten.

Also haben Umweltaktivist:innen gegen dieses Projekte geklagt und ein Gericht hat Shell gerade die Erlaubnis entzogen, nach neuen Ressourcen zu suchen!

Nr. 3: Frankreich finanziert keine Projekte mit fossilen Energien im Ausland mehr

Auf der COP26 hatte Frankreich zugesagt, keine fossilen Energieprojekte im Ausland mehr zu unterstützen.

Der Entwurf des französischen Finanzgesetzes 2023 (in dem die Einnahmen und Ausgaben des Staates grob festgelegt sind) macht deutlich, dass Frankreich ab dem 1. Januar 2023 keine Finanzgarantien mehr für Ölförderprojekte und dergleichen gewähren soll!

Nr. 4: Ein Inselstaat will ein Abkommen gegen fossile Brennstoffe

In einer Rede vor den Vereinten Nationen forderte der Präsident von Vanuatu (ein Inselstaat mit 80 Inseln im Südpazifik), Nikenike Vurobaravu, ein weltweites Abkommen zum Ausstieg aus fossilen Energien.

Was bedeutet das? Es ist die gleiche Art von Vertrag, die entwickelt wurde, um die Entwicklung von Atomwaffen zu stoppen! Umweltaktivist:innen fordern ein solches Abkommen nun, um die Förderung und Verbrennung von fossilen Energien zu beenden, und Vanuatu ist das erste Land, das sich damit befasst. Kein Wunder, denn das Land ist besonders vom Klimawandel gefährdet. Es ist also eine gute Nachricht, dass dieses Thema endlich auf Regierungsebene behandelt wird.

Bonus: Ein Europa ohne fossile Energien - ist das möglich?

Ja! - Das ist die Schlussfolgerung einer Studie, die von grünen Europaabgeordneten veröffentlicht wurde: Europa könnte bereits 2040 oder sogar 2035 zu 100 % auf erneuerbare Energien umstellen!

We love it!

Klimawandel: Nur noch 3 Jahre Zeit, um etwas zu verändern

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👀 Quellen

Claire Nouvian
European Commission
The Guardian
Le Monde
The Guardian
Reporterre
European Parliament
Ouest France
Alternatives économiques
Le Monde
Les amis de la Terre
Europe Écologie
Stiftung Meeresschutz
TAZ
WDR

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Esther Meunier
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