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Ein Stück Broccoli auf einer Gabel
5 min

Klimawandel: Was wäre, wenn alle Menschen vegan leben würden?

Worum geht’s?

Um Landwirtschaft und Ernährung - beides mega wichtig, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Außerdem ist das etwas, dass wir selbst auch wiklich verändern können… in dem wir schauen, was wir so täglich essen!

Weniger Fleischkonsum ist ziemlich gut für den Planeten - aber was würde passieren, wenn alle Menschen von nun an vegan wären = wenn sie ganz auf tierische Produkte verzichten würden (also auf Fleisch, Fisch, aber auch auf Eier und Milchprodukte)?


Platz schaffen

Die kommerzielle Tierhaltung verbraucht enoooooooorm viel Platz. Einmal für die Tiere selbst (auch wenn die meistens viel zu wenig Platz haben)... aber darüber hinaus braucht man auch noch Flächen, um die Nahrung der Tiere anzubauen!

Ein paar wichtige Zahlen und Fakten:

  • Von der gesamten landwirtschaftlichen Fläche werden etwa 80% für die Viehzucht verwendet (für ihr Futter + für den Platz, den die Tiere beanspruchen)!

  • Etwa ⅓ des Anbaus dient tatsächlich dazu, Tiere zu füttern, die dann gegessen werden.

Und eins noch, weils gerade so schön ist:

Eine vegane Ernährung in Ländern mit hohem Einkommen* würde...
  • …etwa die Fläche Spaniens freimachen.
  • …etwa die Fläche Spaniens und Polens freimachen.
  • …etwa die Fläche der Europäischen Union freimachen.


Reduzieren der Treibhausgasemissionen

Die Viehzucht ist auch für viele, viele, viele Treibhausgasemissionen* verantwortlich, genauer: für 14,5% der weltweiten Emissionen.

Vegan essen verursacht...
  • ...10% weniger Treibhausgase.
  • …25% weniger Treibhausgase.
  • …50% weniger Treibhausgase.

Und zwar, weil Folgendes dadurch vermieden wird:

  • Methanemissionen aufgrund des Verdauungssystems von Wiederkäuern (ja, Kühe haben Blähungen und rülpsen und das heizt den Planeten auf).

  • Emissionen durch bestimmte Düngemittel (die Lachgas freisetzen, ein Treibhausgas, das 300-mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid).

  • Die Abholzung von Wäldern (schadet dem Klima, indem Kohlenstoff in die Atmosphäre freigesetzt wird).

  • Alles, was für die Fischproduktion notwendig ist (der Kraftstoff für die Schiffe, das Eis, in dem der Fisch gekühlt transportiert werden muss...).

Wenn alle Menschen auf eine vegane Ernährung umsteigen würden, wäre das also super hilfreich, um den Temperaturanstieg auf maximal 1,5 °C zu begrenzen. Wenn sich die Ernährungsgewohnheiten nicht ändern, wird es übrigens fast unmöglich sein, dieses Ziel zu erreichen!

Chancen, die durch das Ende der Viehzucht geschaffen werden

Die Viehzucht beenden - das würde ziemlich viel neue freie Fläche schaffen. Diese könnten wir nutzen, um dem Planeten zu helfen, sich von den Schäden zu erholen, die wir Menschen ihm zugefügt haben!

Treibhausgase absorbieren

Um den Anstieg des Klimawandels auf 1,5 °C zu begrenzen, reicht es laut vielen Prognosen nicht aus, keine Treibhausgase mehr freizusetzen, sondern es müssen auch Treibhausgase absorbiert (=aufgenommen) werden (das wurde auch im letzten IPCC-Bericht erwähnt).

Dafür gibt es keinen besseren Verbündeten als die Natur (da die Techniken, dies künstlich zu tun, noch nicht ausgereift sind)!

Würden wir die für die Viehzucht genutzten Flächen stattdessen verwenden, um die natürlichen Lebensräume wiederherzustellen (wie Wälder, aber auch Grasland, Savannen usw.), könnte viel Kohlenstoff absorbiert werden, so jedenfalls die Autori:nnen einer Studie des Weltklimarats IPCC zum Thema.

Diese Maßnahme in Ländern mit hohem Einkommen umzusetzen, bedeutet...
  • …1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff einsparen.
  • …10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff einsparen.
  • …100 Milliarden Tonnen Kohlenstoff einsparen.

Im Kampf gegen den Verlust der Biodiversität

Die konventionelle Landwirtschaft ist auch teilweise für den Rückgang der Artenvielfalt verantwortlich. Wenn wir also aufhören, die Natur zu zerstören und keine Chemikalien mehr verwenden, um Futter für Nutztiere anzubauen, wäre das immer noch ein Gewinn für den Amazonas, die Regenwürmer und all ihre tierischen und pflanzlichen Kumpels!

Darüber hinaus würden die oben erläuterten Maßnahmen auch zur Wiederherstellung alter Ökosysteme und ihrer Artenvielfalt beitragen.


Also: Ab jetzt alle vegan?

Das wäre auf jeden Fall eine extrem effiziente Maßnahme.

Aber tatsächlich gehen die meisten Studien, die sich mit den Auswirkungen einer Ernährungsumstellung befassen, von einer "gesunden" Ernährung aus, die zwar sehr wenig tierische Produkte enthält, aber dennoch ein paar wenige, also nicht wirklich vegan ist.

Der Grund: Ganz einfach - es ist nun mal "realistischer". Denn 100 % vegan zu werden, wäre zum Beispiel für die unterernährten Menschen auf der Erde oder für einige, die sich direkt von dem ernähren, was sie anbauen/züchten/fischen, sehr kompliziert.

Der größte Teil dieser Arbeit muss also von denen getan werden, die es sich leisten können. Angefangen bei Ländern mit hohem Einkommen, die Alternativen haben.

Als Bonus: Es ist auch besser für die Gesundheit!

Also, sind wir bereit diesen Schritt zu wagen?
  • Schon erledigt!
  • Bin gerade dabei umzustellen.
  • Ähm ne eher nicht...

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🔍 Was bedeutet

Länder mit hohem Einkommen: Das ist eine Klassifizierung der Weltbank, um über die reichsten Länder zu sprechen, die das meiste Geld haben, wenn man es auf ihre Bevölkerung bezieht

Treibhausgase: Gase, die Sonnenstrahlung absorbieren und wieder in die Atmosphäre abgeben, wodurch der Treibhauseffekt und damit die Erderwärmung entsteht

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👀 Quellen

IPCC ("Weltklimarat") - Report über die Auswirkung von Ernährung auf die Umwelt
Govolunterr Blog - Wie kliamschonend ist vegan?
Studie der Universität Oxford zum Thema
Artikel des Deutschlandfunks, der die Oxford Studie erläutert
Nature.com
UNFCCCR - Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen
BBC

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Esther Meunier
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