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Geschenkeberg in einer Mülltonne
3 min

Merry Christmas = Merry Garbage? So viel Müll wird an Weihnachten produziert...

Wer liebt es nicht, Geschenke auszupacken? Wahre Packfans lieben schönes Papier, das glitzert und toll designt ist. Ob Geschenkpapier, Verpackungen oder Essen: An und nach Weihnachten wird viel weggeschmissen. Das haben uns auch die Abfallwirtschaftsbetriebe Kölns erklärt.

Kein Weihnachten ohne Geschenke – und Geschenkpapier. Wie viel in Deutschland an Weihnachten verpackt wird, ist nicht klar. Wir können aber schätzen: Für einen Schuhkarton für die Schuhgröße 47 brauchen wir 33 Gramm Geschenkpapier. Wenn alle Menschen in Deutschland in dem Rahmen Geschenke verpacken würden, wären das etwa 2700 Tonnen Geschenkpapier, also rund 270 Müllwagen (oder 540 Elefanten! 🐘). Das allein ist fast die Hälfte davon, was im Jahr 2020 durchschnittlich im Monat an Papiermüll entsorgt wurde.

Wohin mit dem Geschenkpapier?

Deutschland ist Weltmeister im Papierverbrauch. 2019 haben wir 19 Millionen Tonnen Papier verbraucht. Das sind pro Person 230 Kilogramm. 36 Prozent davon gehören zu der Papierart, wozu auch Geschenkpapier zählt.

Aber Geschenkpapier ist nicht gleich Papier und sollte nicht immer im Altpapiermüll entsorgt werden!

Indra Enterlein, Leiterin Ressourcenpolitik beim Nabu (Naturschutzbund Deutschland) erklärt:

  • Papier ist kompliziert verarbeitet

  • Die Papierverarbeitung benötigt viel Energie, Wasser und Chemikalien. Zum Beispiel für die Färbung, fürs Weichmachen und Veredeln.

  • Viele Geschenkpapiere haben eine Kunststoffbeschichtung
    Deswegen gehört Geschenkpapier, je nach Verarbeitung, meistens in den Restmüll.

Je mehr es glänzt und glitzert, desto aufwändiger die Produktion

Denn dann ist Kunststoff im Geschenkpapier und das darf nicht ins Altpapier. Falls er doch dort landet, sind der Recyclingaufwand und der Energieverbrauch höher. Somit wird auch mehr CO2 verbraucht. Denn der Kunststoff stört den Prozess und muss aufwändig entfernt werden.

Tipp: Wenn das Papier schwerer zu zerreißen ist als einfaches Papier, dann ist dort Kunststoff drin. Bei Glitzer sind manchmal sogar Alu-Anteile vorhanden.

Vorsicht bei braunem Verpackpapier

Wir erkennen umweltfreundliches Geschenkpapier am Umweltzeichen Blauer Engel. Da sind wir auf der sicheren Seite, denn auch wenn das Papier oder der Karton braun ist, können sie dennoch gefärbt sein und aus Frischfasern bestehen. Indra Enterlein erklärt, die Herkunft der Frischfasern sei oft „problematisch“, weil viele Zellstoffe aus dem Ausland kommen. Bis zu drei Viertel unserer Frischfasern kommen u.a. aus Skandinavien und Brasilien, wo allein 900.000 Tonnen für vier Millionen Tonnen Frischfasern in Deutschland verwendet werden. Das bedeutet, dass in diesen Ländern Wälder gerodet werden.

Mit Zeitungspapier, Recyclingmaterial und Furoshiki begeistern

Mit Zeitung verpacken kann auch stylisch aussehen. Das Umweltbundesamt empfiehlt Geschenkpapier aus recyceltem Material und braunes Packpapier mit Umweltsiegel, das wir zusätzlich dekorieren können.

  • mit weniger Wasser und Energie hergestellt
  • gut recyclebar
  • keine Holzfrischfasern

Furoshiki ist eine traditionelle Verpackungskunst aus Japan mit quadratischen Tüchern. Ihr könnt alle möglichen Stoffe super als Alternative zum Verpacken verwenden. Ursprünglich wurden damit verschiedene Güter eingewickelt und transportiert. In der Regel sind sie aus Seide oder Baumwolle, aber mittlerweile gibt es sie auch aus synthetischen Materialien, wie Nylon oder Polyester. Das heißt, auch bei den Tüchern geht es nachhaltiger. Furoshiki ist eine ästhetische Mehrwegmethode, auch für den Alltag.


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👀 Quellen

AWB Köln
Zeit.de
Umweltbundesamt
Marie Kondo

Von Joyce Lok-Teng Lee