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Wie könnte unser Alltag im Jahr 2050 aussehen?

Mit diesem Gedankenexperiment wollen wir zuversichtlich in die Zukunft blicken und uns vorstellen, dass wir die Erderwärmung im Jahr 2050 erfolgreich auf +1,5°C beschränkt haben.

So sähe nach aktuellen Prognosen ein klimaneutrales Europa im Jahr 2050 aus:

👉 Eine höhere Bevölkerungszahl, wobei ein großer Teil der Menschen über 60 Jahre alt ist.

👉 Eine Versorgung, die zu 100 % durch erneuerbaren Energien gedeckt wird.

👉 Ein wärmeres und trockeneres Klima mit mehr Hitzewellen, weniger kalten Tagen und mehr extremen
Klimaereignissen (Brände, Hochwasser…).

👉 Ein Anstieg des Meeresspiegels, sodass einige Landflächen teilweise oder komplett unter Wasser sind.

Aber Achtung: Wie gesagt, geht es hier um ein Gedankenexperiment. Wir wollen den Gedanken eines klimaneutralen Lebens weiterspinnen und uns eine Welt ausmalen, die mit der Klimakrise abgeschlossen hat. Natürlich orientieren wir uns an aktuellen Zahlen und Studien, aber auch bei NOWU können wir nicht in die Zukunft schauen…

Die Bilder sind übrigens von Midjourney. Das ist ein KI-Programm, das Bilder aus Textbeschreibungen erstellt. (Abgefahren, oder??)

Wie ernähren wir uns im Jahr 2050?

Im Jahr 2050 sind viele Essgewohnheiten, die 2022 noch etwas besonderes waren, zur Norm geworden. Die ältere Generation hat teilweise noch ihre Schwierigkeiten damit, doch Veganismus ist weit verbreitet, eine vegetarische Ernährung ist sowieso schon Standard und für tierische Produkte gibt es in der Regel einen Aufpreis. Weizen wird nicht mehr angebaut, das verbraucht zu viel Wasser und Einwegverpackungen sind verboten.

Außerdem wird viel mehr Wert auf eine regionale Ernährung und (generell) auf Eigenverantwortung gelegt. Heißt, es wird das angebaut und verarbeitet, was eben gerade gut wächst.

Acker mit Kürbissen

Wie wohnen wir im Jahr 2050?

Die Bevölkerungszahl steigt immer mehr, das heißt der Wohnraum wird immer weniger. Das führt zu mehrstöckigen Gebäuden und kleineren Wohnflächen. Um Energie zu sparen, ist es aber inzwischen völlig selbstverständlich, dass ein Großteil der Menschen von zu Hause aus arbeitet. Es kann also auf Büroräume verzichtet und so Platz gespart werden. Die meisten Apartments sind auf eine Tätigkeit im Homeoffice ausgelegt und haben standardmäßig Raum für mindestens einen Arbeitsplatz integriert.

Jede Wohnung verfügt außerdem über einen eigenen Stromzähler, der für eine bessere Kontrolle die Außen- und Innentemperatur, den Stromverbrauch in der Wohnung und den Stromverbrauch im Gebäude anzeigt. Fenster sind in der Regel dreifach verglast, sodass im Winter die Sonnenstrahlen durchkommen und im Sommer abgeblockt werden.

Viele moderne Wohnanlagen haben Gemüsegärten auf den Dächern, verfügen über Gemeinschaftskomposte und reich bepflanzte Balkone.

Heller Raum

Wie bewegen wir uns im Jahr 2050 fort?

Wenn du dich schon mal mit klimaneutraler Mobilität beschäftigt hast, dürfte dich unser Zukunftsmodell für 2050 kaum überraschen. Wie du dir bestimmt denken kannst, ist Autofahren in den Städten verboten und es wird voll auf öffentliche Verkehrsmittel, Elektroautos und Fahrradfahren gesetzt. Die Städte sind daher viel besser darauf ausgelegt als früher: Es gibt ausgebaute Radwege und überall Stationen, an denen du kostenfrei deine Reifen aufpumpen kannst. Wie du deinen Reifen flickst oder deine Kette wieder einsetzt, lernst du übrigens in der Schule. Geflogen wird nur noch sehr selten und wenn, dann mit den neuen Wasserstoffflugzeugen.

Ansonsten ist der Zug das Fortbewegungsmittel Nummer 1, um in den Urlaub zu fahren. Wenn es mal wieder spontan zu einem Starkregen kommt oder die Strecke doch etwas zu weit fürs Fahrrad ist, hast du noch den Bus als Alternative. Der ist ganz leise nd erzeugt kaum Lärm, denn er fährt mit Methan, das aus der Verbrennung von Müll gewonnen wird (Nein, dein Schulbus wird nicht mit Kuhpupsen angetrieben…).

Bus in der Zukunft

Wie gestalten wir unsere Stadt- und Raumplanung im Jahr 2050?

Die Stadt- und Raumplanung schließt sich im Prinzip direkt an die Wohnsituation und die Fortbewegung an. Das bedeutet: Frühere Parkplätze sind in Grünflächen verwandelt worden, Neubauten bestehen aus biologischen Materialien und die Städte sind auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrradfahren ausgelegt.

In jeder größeren Ortschaft sind außerdem Trinkwasserstellen verteilt. Bei den hohen Temperaturen im Sommer sind die ein absolutes Muss geworden! Durch die vermehrten Regenfälle und den Anstieg des Meeresspiegels besteht eine große Hochwassergefahr. Deshalb sind Ortschaften meist von Sickergräben umgeben, die das Wasser gegebenenfalls sammeln.

Außerdem ist die ganze Landschaft viel grüner geworden: Mehr Hecken, mehr Bäume und weniger Anbauflächen.

Warum ist es besonders wichtig, dass es so viel mehr Hecken gibt?
  • Hecken sind Lebensraum vieler Tierarten.
  • Hecken dienen für viele Tierarten als Nahrungsquelle.
  • Hecken verhindern Bodenerosionen und bieten Windschutz.

Wie kleiden wir uns im Jahr 2050?

Beim Thema Mode wird es schon etwas futuristischer und zwar mit… Shoppen im Metaversum!

Ja, richtig gelesen. Jede:r hat eine VR Brille zu Hause und kann vom Sofa aus einen Schaufensterbummel starten. Der Algorithmus kennt deinen Style perfekt und schlägt dir genau die Sachen vor, die zu dir passen. Jedes Teil verfügt über ein einsehbares Etikett zur Überprüfung des Textil-Scores. So kannst du die Zusammensetzung und den genauen CO2-Ausstoß ablesen. Inzwischen werden aber sowieso alle Kleidungsstücke fair in Deutschland hergestellt und aus Naturfasern gemacht. “Made in China” kennt man eigentlich nur noch aus den Erzählungen der Eltern und Großeltern. Wer aber doch Lust hat, für die Shoppingtour das Wohnzimmer zu verlassen, kann sich auf sein Fahrrad schwingen und sich auf den Weg zum Vintage Markt machen. Das ist ein riesiges Lagerhaus am Rand der Stadt, wo alles Mögliche als Second Hand verkauft wird (Kleidung, Bücher, Möbel, Kunst…). Jeder kann sich eine kleine Box mieten und verkaufen, was er nicht mehr braucht, wer Lust hat, kann seine Sacahen auch eintauschen, anstatt zu bezahlen.

Schaufenster in der Zukunft
Bist du jetzt zuversichtlicher was die Zukunft angeht?
  • Ja voll! Wir kriegen das hin.
  • Puuh, ich muss das alles erstmal verarbeiten…
  • Nee, mir machen diese ganzen Veränderungen ehrlich gesagt schon Angst…
Sollten wir öfter solche Gedankenspiele machen?
  • Ja safe, ist doch cool!
  • Ne muss nicht sein…
Warum ist NOWU ein umweltfreundliches Projekt?