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Wie wird der Klimawandel die Sommer verändern?

Hitzewellen schon im Juni, der Basilikum auf deiner Fensterbank vertrocknet dir regelmäßig, weil es einfach zu warm ist, du hörst deprimiert zu, wie im Radio von einem neuen Waldbrand berichtet wird…

Sind das Situationen, die du kennst?
  • Ja, leider…
  • Nein, ich bin Einsiedler und lebe in der Antarktis.

Du wirst es wahrscheinlich schon bemerkt haben (und wenn nicht, bist du jetzt gewarnt): Der Sommer ist schon nicht mehr derselbe wie noch vor ein paar Jahren und die Wissenschaft ist sich einig: Der Sommer in Europa wird sich in Zukunft weiter verändern. Aber was bedeutet das genau?


Längere und heißere Sommer

Der Klimawandel wirkt sich beispielsweise auf die Anzahl der "Sommertage" (also über 25 °C) in Deutschland oder Frankreich aus.

Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten es...
  • 3 bis 24 Tage mehr pro Jahr sein.
  • 11 bis 36 Tage mehr pro Jahr sein.
  • 18 bis 47 Tage mehr pro Jahr sein.

Hitzewellen sind im Vergleich zur Mitte des 20. Jahrhunderts bereits häufiger und intensiver geworden.

Wie gehen wir mit den intensiveren Sommern um?

Natürlich hat diese Art von Hitzewellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Artenvielfalt etc. → Um den Schaden möglichst klein zu halten, müssen wir den Klimawandel bremsen (und da zählt jede Tonne ausgestoßenes CO2) und uns an die neuen Bedingungen anpassen z. B. in Bezug auf Städte. (Die könnten nämlich unbewohnbar werden, wenn nichts unternommen wird.)


Mehr Dürren

Bevor wir über Dürren sprechen, sollten wir erstmal klären, was das genau bedeutet: Es kann ein Mangel an Regen (eine sogenannte meteorologische Dürre) und/oder ein Mangel an Wasser im Boden (eine sogenannte landwirtschaftliche Dürre) sein.

Gleiches Spiel wie mit der Hitze: Dürren werden länger und intensiver. Laut Simon Mittelberger (Forscher beim französischen Wetterdienst Météo France) gibt es heute bereits doppelt so viele Dürren wie im Zeitraum von 1960 bis 1990 (yaay).

Das Problem: Dürren ziehen so einige Folgen nach sich…

Welche sind das?
  • Auswirkungen auf die Landwirtschaft
  • Auswirkungen auf die Biodiversität
  • Auswirkungen auf die Energieerzeugung

Was können wir gegen Dürren tun?

Du ahnst es: Wir müssen die Treibhausgasemissionen reduzieren, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Es gibt aber auch ein paar Tricks, um sich an die neue Situation anzupassen. Zum Beispiel:

  • Die Art des Anbaus je nach Region und Jahreszeit ändern (z. B. verbraucht Mais viel Wasser und trotzdem wird er in sehr trockenen Regionen immer noch angebaut).

  • Neue, sparsame Bewässerungsmodelle (wie Tröpfchenbewässerung) einführen.

  • In deinem Rahmen kannst du das Gießen reduzieren und es lieber zu den kühleren Stunden machen, so verringerst du die Verdunstung. Benutze deine Waschmaschine außerdem nur dann, wenn sie wirklich voll ist und bringe einen Durchflussbegrenzer an deinen Wasserhähnen an…

Mehr Waldbrände

Weil alles trockener ist, bedeuten die Sommer in Zukunft auch ein höheres Risiko für Brände in der Natur, egal ob Waldbrände, Vegetationsbrände oder landwirtschaftliche Brände.

Wie häufig ist das Wetter NICHT für den Brand verantwortlich?
  • In 50 % der Fälle
  • In 70 % der Fälle
  • In 90 % der Fälle

Das Wetter wird aber dafür sorgen, dass ein Feuer sich verstärkt und ausbreitet:

"Brände werden in der Zukunft heftiger sein, da die Temperaturen steigen, die Niederschläge stellenweise abnehmen und die Vegetation austrocknet (weniger Feuchtigkeit und mehr Wind). Sie sind auch schwieriger zu löschen, da sie zahlreicher werden."
Mathieu Regimbeau von Météo France

→ Wir wissen also, dass die Brandgefahr aufgrund des Wetters steigt. In der Vergangenheit waren beispielsweise in Frankreich hauptsächlich der Südosten und Südwesten betroffen. Inzwischen ist das gesamte französische Festland und Korsika gefährdet und zwar über längere Zeiträume. Während es früher eher Mitte Juni bis Mitte September war, besteht das Risiko heute von Mai bis Oktober.

Das Ergebnis: Negative Auswirkungen auf die Ernten und die Biodiversität (Kommt dir bekannt vor?) In Südfrankreich ist die Vegetation recht widerstandsfähig und kann sich gut selbst erholen. In Gebieten, wo Brände eine völlig neue Entwicklung sind, tut sich die Pflanzenwelt hingegen schwerer und ist auf unsere Unterstützung angewiesen.

Wie können wir den Bränden entgegenwirken?

Es gibt mehrere Dinge, die getan werde können (auch wenn diese in der Realität nicht immer umgesetzt werden):

  • Die Wurzel des Problems behandeln: Wie gesagt, in 90% der Fälle sind es menschliche Aktivitäten, die ein Feuer auslösen, hier muss also etwas verändert werden. Präventionskampagnen können helfen: Zigarettenstummel nicht im Wald oder am Rand einer Autobahn wegwerfen und Empfehlungen an Landwirt:innen aussprechen (z.B. einen zweiten Traktor zur Verfügung zu haben, der das Feuer eindämmen kann).

  • Den Zugang zu bestimmten Wäldern verbieten, wenn das Risiko eines Brandes zu hoch ist.

  • Man kann auch direkt im Wald etwas verändern, wie Gräben schaffen, damit sich das Feuer schlechter ausbreiten kann und/oder die Feuerwehr leichter Zugang hat. Auch Wasserstellen könnten an entsprechenden Stellen positioniert werden…

  • Privatpersonen dazu verpflichten, um ihr Haus herum regelmäßig das Gestrüpp zu entfernen, damit es weniger anfällig für Feuer ist. Außerdem hat man im Fall der Fälle so einen besseren Zugang, um Brände zu löschen.

Also: Der Sommer wird in Zukunft nicht unbedingt leichter werden, aber das Gute ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, den Schaden zu begrenzen!

Das macht dich…
  • Traurig
  • Hoffnungsvoll
  • Sprachlos

👀 Quellen

Météo-France
Deutscher Wetterdienst
Max-Planck-Gesellschaft
MDR Wissen

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Esther Meunier
À la recherche de bonnes nouvelles