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Hand hält Handy mit Kraftwerk und Totenköpfen drauf
6 min

Was ist die digitale Umweltverschmutzung?

Du hast sicherlich schon davon gehört: Das Internet, dein Smartphone, deine Lieblingsserien und deine Tiktokmemes… All das ist ziemlich umweltschädlich.

Wie genau sehen die Umweltverschmutzungen aus?
  • Eine Menge Treibhausgasemissionen
  • Starke Verschmutzung von Wasser und Böden
  • Haufenweise Elektronikschrott


Umweltschädliche Herstellung der Geräte

Bei der Produktion digitaler Geräte entsteht ein sehr großer Teil der Umweltverschmutzung: Fast 80 % der Klimaauswirkungen des digitalen Sektors sind auf die Herstellung der Geräte zurückzuführen (Computer, Smartphones ...).

Der Rohstoffverbrauch

Wie viel Material wird für die Herstellung eines Geräts benötigt?
  • das 10- bis 50-fache seines letztendlichen Gewichts
  • das 50- bis 350-fache seines letztendlichen Gewichts
  • das 500- bis 800-fach seines letztendlichen Gewichts

Und die verwendeten Rohstoffe sind oftmals seltene Erdmetalle* (wie Kupfer, Gold, Platin, Terbium, Tantal...) und andere Stoffe wie Magnesium, Kohlenstoff, Kobalt, Lithium... Die Herstellung von Computern und Mobiltelefonen macht 19% des gesamten Abbaus an seltenen Metallen aus!

Letztendlich werden allein für die Herstellung eines Smartphones bis zu 70 verschiedene Materialien benötigt. Das Problem ist, dass ihre Gewinnung die Umwelt verschmutzt: Sie benötigt fossile Brennstoffe, Wasser, Chemikalien... ganz zu schweigen davon, dass die Arbeitsbedingungen für die Menschen, die diese Rohstoffe abbauen, meistens sehr schlecht sind.

Die Treibhausgase

Bei der Gewinnung dieser Ressourcen werden ziemlich viele Treibhausgase freigesetzt. Aber die Herstellung ist nicht der einzige Punkt bei digitalen Geräten.

Klimaschädlich sind auch :

  • Der Transport der Teile
  • Das Zusammensetzen der Teile
  • Der Vertrieb der Geräte
Vom Design bis zum Verkauf reist ein Smartphone:
  • 1 Mal um die Erde
  • 2 Mal um die Erde
  • 4 Mal um die Erde

Alle diese Schritte der Herstellung, des Transports usw. erfordern Energie und Kraftstoffe. Und da digitale Geräte in der Regel in Ländern wie China hergestellt werden, in denen überwiegend fossile Brennstoffe verwendet werden (und die Lieferung des Fernsehers zu dir nach Hause auch nicht mit einem Segelboot erfolgt) wird super viel CO2 freigesetzt.

Das Ergebnis ist, dass bei einem 2 kg schweren Computer, der während seiner gesamten Lebensdauer 156 kg CO2 emittieren wird, schon 114 kg für die Herstellung ausgestoßen wurden! Das sind fast ¾ seiner Emissionen.

Die Nutzung der Geräte: Genauso schlecht für’s Klima?

Router, Fernseher, Smartphones und Computer werden alle mit Strom gespeist und verbrauchen viel Energie.

Aber es zählen nicht nur die Endgeräte: Auf Social Media zu posten oder Serien zu streamen, das hat auch Auswirkungen!

Denn damit das ganze Internet funktioniert, gibt es Rechenzentren*, in denen all diese Daten gespeichert werden, Netzwerke (Kabel usw.), Geräte bei dir zu Hause (WLAN-Router und viele andere)...

Was glaubst du, welche Strecke legt eine Dateneinheit circa zurück?
  • 1.000 km
  • 8.000 km
  • 15.000 km

Das Problem:

  • Das verbraucht sehr viel Energie, und im Moment läuft das ganze hauptsächlich mit fossilen Brennstoffen, die Treibhausgase produzieren (jap, die schon wieder).

  • Es braucht auch Platz: Für ein Rechenzentrum werden anderweitig nutzbare Landflächen (z. B. für die Landwirtschaft) versiegelt und zugebaut, was schlecht für die Ökosysteme und die Artenvielfalt ist (das ist zwar keine direkte Form von Umweltverschmutzung im eigentlichen Sinne, aber unsere Böden sind trotzdem schützenswert!)

Die Auswirkungen von Elektronikschrott

Und wenn die Geräte das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, schaden sie dem Planeten weiterhin, weil sie nicht gut genug recycelt werden.

Ein UN-Bericht schätzt, dass bis 2019 ganze 53,6 Millionen Tonnen Elektronikschrott produziert wurden (das sind mehr als 5000 Eiffeltürme).

Wie viel von all diesem Müll wurde wiederverwertet?
  • 17%
  • 33%
  • 50%

Gibt es Lösungen gegen die digitale Umweltverschmutzung?

Selbstverständlich gibt es Möglichkeiten, um die Auswirkungen zu verringern. Das wichtigste, das man als Einzelperson tun kann, ist: die Lebensdauer der eigenen Geräte zu verlängern (wenn du dein Handy vier statt zwei Jahre lang nutzt, reduzierst du seine Auswirkungen um 50 % → adios neuestes iPhone, solange dein eigenes noch funktioniert!)

Für die Umwelt ist es besser, wenn wir weniger kaufen (bist du sicher, dass du die neue Smartwatch brauchst?) oder generalüberholte Geräte aus zweiter Hand bevorzugen, um die Produktion brandneuer Geräte zu vermeiden!

Außerdem gibt es auch vieles, was Unternehmen verbessern könnten. Zum Beispiel:

  • Weniger Neues produzieren oder zumindest nicht ständig zum Kauf des zuletzt erschienenen Geräts ermutigen.

  • Ökologische Designs fördern: D. h. schon beim Entwurf eines Produkts auf dessen ökologische Auswirkungen achten.

  • Produkte reparaturfähiger machen: Damit Geräte langlebiger werden.

Deine Reaktion

Deine Reaktion zu all diesen Facts?
Metaverse: Verschmutzen virtuelle Welten unsere reale Umwelt?

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🔍 Was bedeutet…

Seltene Erdmetalle: Eine Gruppe von Metallen, die zwar nicht immer selten zu finden sind, aber in geringen Mengen und mit anderen Stoffen vermischt vorkommen, was ihre Gewinnung nicht einfach macht.

BIP: (= Bruttoinlandsprodukt) Einheit zur Einschätzung und zum Vergleich des Wohlstands der Länder.

Rechenzentrum: (aka. Datacenter) Großes Gebäude, in dem sehr viele Computer sehr viele Daten speichern.

eq: Abkürzung vom englischen "equivalent" - an CO2 angehängt = CO2-Äquivalent / Maßeinheit für Treibhausgas-Emissionsmengen

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👀 Quellen

ADEME
Mtaterre
Shift Project
GreenPeace
ONU
France Info

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Esther Meunier
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