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Eine rakete, ein Plaent mit einem Haus, ein Astronaut
8 min

Warum Mars kein "Planet B" ist

Die Erde aufzugeben, um auf dem Mars zu leben, ist...
  • Eine tolle Idee!
  • Eine Option, nur für den Fall der Fälle...
  • Das genaue Gegenteil von dem, was wir tun sollten.

Wenn man die Schwierigkeiten während der Reise, die Lebensbedingungen vor Ort und den hohen Energieverbrauch bedenkt, ist die Besiedlung des roten Planeten leider noch nicht in Sicht. In diesem Artikel findest du alle Argumente, die du brauchst, um deine Freund:innen zu überzeugen, die sich ein bisschen zu abgespaced fühlen und schon Einrichtungspläne für ihre Wohnung auf dem Planeten Mars haben.

Grund Nr. 1: Erstmal die Reise überleben

Wenn du dachtest, dass ein 14-Stunden-Flug von Paris nach Tokio maximal anstrengend ist, dann bist du auf jeden Fall nicht ready für den Mars! Der rote Planet ist 227 Millionen Kilometer von der Erde entfernt.

Dies entspricht einem kurzen Trip von ... ?
  • 3 Monaten
  • 6 Monaten
  • 9 Monaten

Wenn du dir vorstellen kannst, an der ersten Weltraummission zum Mars teilzunehmen, wirst du viel Zeit im Fitnessstudio verbringen müssen. Längere Reisen ins Weltall haben eine Reihe von Auswirkungen auf den Körper, wie z. B.:

  • Ein starker Verlust an Muskelmasse
  • Eine Verringerung der Knochendichte

Wenn du viel Zeit im Weltraum verbringst, wird dein Körper ganz schlapp und normalerweise gibt es immer ein Team von Ärzt:innen, das dich bei deiner Rückkehr zur Erde in Empfang nimmt. Doch auf dem Mars wird es niemanden geben, der die Astronaut:innen bei ihrer Ankunft betreut. Daher müssen Methoden gefunden werden, um den Körper während der Reise weiter fit und gesund zu halten (und bisher gibt es noch keine guten Möglichkeiten).

Grund Nr. 2: Extrem schwierige Lebensbedingungen auf dem Mars

Wenn man einmal auf dem Mars ist, muss man sich an das Leben auf diesem Planeten anpassen können, das sich sehr von dem auf der Erde unterscheidet. Der Mars ist ein Planet, der mit Sand, Staub und Felsen bedeckt ist, aber das eigentliche Problem ist, dass es fast keine Atmosphäre gibt.

Die Atmosphäre ist das, was uns ermöglicht:

  • am Boden zu bleiben (literally!) durch den atmosphärischen Druck schweben wir nicht in der Luft herum

  • Luft zu atmen

  • vor Strahlung geschützt zu sein (genauer gesagt vor Gammastrahlen und den meisten UV-Strahlen, die übrigens Tumore/Krebs verursachen können)

Die durchschnittliche Temperatur auf dem Mars beträgt...
  • - 28°C
  • - 63°C
  • - 91°C

Die Lösung wäre, Schutzräume in einer luftdichten Kuppel zu bauen, in denen die Lebensbedingungen auf der Erde nachgestellt sind. Und wenn du rausgehst, musst du einfach einen 45 kg schweren Anzug anziehen… easy.

Grund Nr. 3: How to… Atmen?

Auf dem Mars gibt es weniger als 1 % Sauerstoff → Es ist für uns also unmöglich, ganz normal frische Luft zu atmen.

Forschende arbeiten an mehreren Lösungen, zum Beispiel:

  • Sauerstoffvorräte mit ins Raumschiff nehmen → Das ist sehr teuer und vor allem zu gefährlich (stell dir vor, es explodiert oder es gibt ein Leck, da hast du ein ganz schönes Problem...).

  • Den Sauerstoff vor Ort selbst generieren → erfordert viel Energie, und abgesehen von der Solarenergie (die wegen der Sandstürme, die die Sonne tagelang verdunkeln können, unzuverlässig ist), bleibt nur die Kernenergie übrig, die auf der Erde bereits für Diskussionen sorgt. Alles nicht ideal…

Grund Nr. 4: Nicht genug Wasser

Menschen bestehen zu 65 % aus Wasser, also kommt es nicht in Frage, ohne Trinkwasserquelle zu leben! Jüngste Entdeckungen haben bewiesen, dass es im Untergrund des Mars einige Wasservorräte in Form von Eis (und ein wenig in flüssiger Form) gibt. Aber es gibt nicht genug, um eine ganze Kolonie von Menschen zu versorgen.

Um dem entgegenzuwirken, denken Forschende darüber nach...
  • Sauberes Wasser von der Erde mitzubringen
  • Es von einem anderen Planeten holen
  • Den Planeten Mars zu terraformen

Aber im Moment ist das Terraforming des Mars eher eine Fantasie als alles andere. Selbst wenn alle Bedingungen erfüllt wären, könnte es Jahre (oder sogar Tausende von Jahren) dauern, bis solche Maßnahmen sichtbare Veränderungen bewirken.

Grund Nr. 5: Nicht genug Nahrung

Es wird schwierig, auf einem Planeten, auf dem nichts wächst, Nahrung anzubauen. Der Marsboden ist nicht mit dem Erdboden vergleichbar, der voller organischer Materie ist, die für die Landwirtschaft benötigt wird (Bakterien, Insekten, Regenwürmer etc.). Die Lösung wäre, Labore oder große Gewächshäuser zu bauen, die die atmosphärischen Bedingungen auf unserem Planeten nachbilden - gar nicht so nicht easy!

Im Jahr 2019 hatte eine chinesische Mission bereits versucht, Pflanzen in einer auf dem Mond errichteten Biosphäre zu züchten, doch das Experiment war gescheitert. Es ist nicht leicht, im Weltraum einen grünen Daumen zu haben ...

Kurz gesagt: Der Mars ist kein "Planet B"...

Die optimistischsten Szenarien besagen, dass die Menschen in den nächsten 30 Jahren zum Mars reisen können. Doch das wird noch sehr viel Arbeit erfordern. Außerdem werden Reisen dorthin erstmal nur zur Erkundung und nicht direkt zur Besiedlung sein.

Wir sollten uns also nicht zu sehr darauf verlassen, dass der rote Planet ein neues Zuhause für die Menschheit sein wird (also müssen wir uns um unser tatsächliches Zuhause, die Erde, kümmern!). Die zahlreichen Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit der Eroberung des Weltraums sind jedoch nicht nutzlos und können sogar dabei helfen, den Klimawandel zu bekämpfen!

Stéphanie Lizy-Destrez, Dozentin und Forscherin am französischen Institut für Luft- und Raumfahrt, meint: "Der Weltraum ermöglicht uns einen umfassenderen Blick auf unseren Planeten und seine Grenzen. Beispielsweise ermöglichen Beobachtungssatelliten in der Umlaufbahn einen besseren Einblick in unsere Ressourcen (Ozean, Eiskappen, Wälder) und erleichtern die Analyse bestimmter Naturphänomene."

Wird Geoengineering uns im Kampf gegen den Klimawandel retten?

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👀 Quellen

Interview mit Stéphanie Lizy-Destrez, Dozentin und Forscherin für die Entwicklung von Raumfahrtsystemen am französischen Institut für Luft- und Raumfahrt
Pour la Science
National Geographic
BFMTV.com

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Nicolas Quénard
The Lizard King