Plastikgegenstände. Tuben, Bürsten, Behälter.

Warum ist Plastik so umweltschädlich?

5 min
Esther Meunier& Nicolas Quénard

Plastik ist seeehr praktisch.

In diesem Artikel geht es zwar darum, wie schädlich Plastik eigentlich ist, doch trotzdem muss man zugeben: Plastik ist einfach super praktisch. Es ist leicht, hitze- und kälteresistent und es kann jede Menge verschiedene Formen annehmen - von der ultradünnen Folie bis zum robusten Baumaterial.

Plastik wird mittlerweile fast überall eingesetzt und daher in riiiiiiesigen Mengen produziert. Es gibt inzwischen so viel Plastik, dass wir gar nicht mehr wissen, wohin damit. Und das hat leider schwerwiegende Folgen für die Umwelt und unsere Gesundheit.

Wovon wird es 2050 in den Meeren mehr geben?
  • Fische natürlich
  • (Mikro-) Plastik

Erdöl für die Plastikproduktion

Und zwar nicht wenig.

Was denkst du? Wieviel Erdöl wird für 1 kg Plastik benötigt?
  • 0,8 kg Erdöl
  • 2 kg Erdöl
  • 9 kg Erdöl

Die Zahlen zeigen eindeutig, dass der weltweite Plastikverbrauch rasant nach oben geht. Die Produktion soll seit den 1960er Jahren sogar um das Zwanzigfache gestiegen sein. Wenn nichts dagegen unternommen wird, steigt dieser Wert weiter und weiter.

Hauptverursacher ist das Einwegplastik.

Einwegplastik ist überall (vor allem in den Ozeanen)

Plastik ist so oder nicht gerade umweltfreundlich, aber wenn man es vernünftig einsetzt und nur für manche Sachen verwendet, wäre das okay (wie gesagt, praktisch ist es ja schon). Das Problem ist, dass Plastik heutzutage zu oft für einmalige Zwecke verwendet wird (Verpackungen, Wattestäbchen usw.). Es ist zu einer echten Sucht geworden! Da das meiste Plastik eine kurze Lebensdauer hat, entsteht sehr schnell sehr viel Müll und wir kommen kaum mit dem Recyceln hinterher.

Wie viel % des Plastikmülls im Meer ist aus Einwegplastik?
  • 25%
  • 45%
  • 65%

Jedes Jahr landen weitere 8 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Es zerfällt nach und nach in Mikropartikel, die sich aufgrund der Meeresströmungen an einer Stelle sammeln. So entsteht der siebte Kontinent, der nur aus Plastik besteht (und eigentlich eher einer Suppe gleicht).

Recycling ist noch nicht so weit

Jedes Jahr fallen in Europa 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an.
  • Und nur 10 % werden richtig recycelt.
  • Und nur 30 % werden richtig recycelt.
  • Und nur 40 % werden richtig recycelt.

Und selbst bei den 30 % Plastik, die wir recyceln, gibt es einige kleine, aber feine Problemchen (eine echte Plage dieses Plastik).

  • Die komplizierte Zusammensetzung mancher Kunststoffe erschwert das Recycling: Nicht alle Kunststoffe werden auf die gleiche Weise recycelt (manche Gegenstände können sogar mehrere Arten von Kunststoff enthalten).

  • Das Recycling von Kunststoff ist nicht zu 100 % optimal: Es gibt immer Verluste während des Vorgangs. 1 Tonne gesammelter Kunststoff kann nicht 1 Tonne recyceltes Plastik ergeben.

  • Plastik wird nicht immer lokal recycelt. Es wird in andere Staaten gebracht, die dafür bezahlt werden, ihn zu recyceln (China, Taiwan, Türkei usw.). Weltmeister im Plastikexport sind die USA, Deutschland liegt auf Platz 3 (2020 rund 1 Millionen Tonnen!)


Plastik ist schlecht für die Gesundheit

Das menschliche Blut kann bis zu drei verschiedene Arten von Plastik enthalten (Es ist wirklich ÜBERALL). Bisher gibt es keine Studien, die mehr über die direkten Auswirkungen von Plastik im menschlichen Körper sagen können. (Du kannst dir aber bestimmt denken, dass es nicht gerade toll ist…).

Wie viel Plastik nimmt ein Mensch unbewusst auf?
  • 1 g Plastik pro Woche
  • 2 g Plastik pro Woche
  • 5 g Plastik pro Woche

Was mittlerweile eindeutig bewiesen ist: Plastik enthält giftige Zusatzstoffe, die sich negativ auf deine Gesundheit auswirken können: Das sind die sogenannten endokrinen Disruptoren*.

Im Plastik enthalten, können sie Folgendes beeinflussen:

  • Dein Gehirn
  • Deine Schilddrüse
  • Dein Immunsystem
  • Das Krebsrisiko (Wie hängen Krebs und Umwelt zusammen? Hier findest du die Antwort!)
  • Deine Fruchtbarkeit

Im Idealfall sollte es natürlich unbedingt vermieden werden, über die Nahrung Plastik aufzunehmen. In der Realität gelangt aber immer mehr Plastik in Lebensmittel und ins Wasser, sodass wir es fast täglich zu uns nehmen.

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🔎 Was bedeutet...

Fossile Energien: Nicht erneuerbare Energien (Kohle, Erdöl, Erdgas), die im Boden vorkommen und bei der Verbrennung Energie erzeugen.

Endokrine Disruptoren: Substanzen, die die Funktion von Hormonen beeinträchtigen (Hormone sind kleine Moleküle, die im Blut zirkulieren und es den Organen ermöglichen, miteinander zu kommunizieren und sich aufeinander einzustellen).

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👀 Quellen

World Economic Forum
WWF
Planet Wissen
GEO
Statista

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Esther Meunier
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Nicolas Quénard
The Lizard King