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T-Shirt mit Rabattzeichen
5 min

Warum ist der Schlussverkauf schlecht für die Umwelt?

In vielen Modegeschäften gibt es bald wieder Sales.

Bist du Schnäppchenjäger:in?
  • Voll!
  • Bei den Dingen, die ich wirklich brauche, ja.
  • Eigentlich brauche ich nichts Neues.
  • Ich möchte das nicht unterstützen.

Der Schlussverkauf - Eine gute Idee wird zum Klima-Albtraum

Ursprünglich waren Schlussverkäufe eine saisonale und wirtschaftlich praktische Lösung für Geschäfte, da Lagerkosten teuer sind. Sie dienen dazu:

  • Die Lager zu leeren, die durch zu hohe Produktion bzw. zu geringem Verkauf noch voll sind.
  • Regale für neue Kollektionen frei zu machen.
  • Die Kassen ein bisschen zu füllen - für die nächste Saison oder für bestimmte Investitionen.

Doch statt zwei mal im Jahr sind regelmäßige Sales die Norm geworden. Heutzutage gibt es bei fast allen Moderiesen ein paar Wochen, in denen “alles raus muss”, da sie so noch mehr verkaufen und noch mehr einnehmen können. Es gibt verschiedene Strategien dafür und diese sind - logisch - sehr schlecht fürs Klima und die Umwelt.

1. Problem: Die Überproduktion von Klamotten

Um in den Sales-Wochen möglichst viel verkaufen zu können, produzieren einige Unternehmen bewusst zu viele Waren. Anstatt nur dann die Preise zu senken, wenn ausversehen zu viel produziert wurde (und die Lager deshalb voll sind), lassen sie tonnenweise Kleidung herstellen, um beim Schlussverkauf noch günstiger und deshalb noch mehr zu verkaufen.

2. Problem: Kollektionen für den Sale

Um noch mehr Gewinne aus dem Schlussverkauf herauszuholen, werden oft auch ganze Kollektionen dafür entworfen! Die Klamotten aus diesem Sortiment haben meist schlechtere Qualität, da sie günstig und in Massen verkauft werden. Das war beim Grundprinzip des Schlussverkaufs auch nicht so gedacht.

3. Problem: Die Preise vor dem Sale anheben

Damit die Angebote im Sale günstiger wirken, erhöhen einige Unternehmen vorher die Preise, sodass man glaubt, ein wahres Schnäppchen gemacht zu haben.

Die Folgen für unseren Planeten

All diese Strategien führen dazu, dass mehr Waren produziert und verkauft werden - vor allem billige, qualitativ mangelhafte Klamotten, die schneller ersetzt werden müssen. Das ist gar nicht gut für die Erde, denn:

  • Bei der Produktion und beim Transport entstehen sehr sehr viele Treibhausgase → Die Modeindustrie verursacht mehr Emissionen als die Seefahrt und alle internationalen Flüge zusammen! Eine Jeans kann 25.000 km zurücklegen, bevor sie im Geschäft oder in deinem Schrank landet.

  • Für die Mode wird extrem viel Wasser benötigt - Platz zwei der Branchen, die am meisten Wasser verbrauchen (dabei ist Wasser super wertvoll!)

  • Bei der Produktion wird sehr viel verschmutzt: Färbemittel, chemische Substanzen, die in Flüsse und Böden gelangen, Mikroplastik, das aus synthetischen Textilien gewaschen wird… Die Liste ist lang.

Und mit der Zeit wird es immer schlimmer…

“Fun” Fact: Im Durchschnitt kauft eine Person
  • 10% mehr Klamotten als vor 15 Jahren.
  • 30% mehr Klamotten als vor 15 Jahren
  • 60% mehr Klamotten als vor 15 Jahren

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🧐 Und jetzt?

Das kann auf gesellschaftlicher Ebene getan werden:

  • Verbieten, dass nicht verkaufte Waren zerstört werden (in Frankreich seit dem 1. Januar 2022 verboten).

  • Gegen umweltschädliche Produktionsweisen vorgehen (z.B. verschmutzende Färbemittel).

  • Ökologisches Design fördern (aka schon beim Entwurf eines Produkts die möglichen Umweltfolgen begrenzen).

  • Von weit her transportierte Produkte besteuern (mit einer CO2-Steuer z.B.)

  • Kreislaufwirtschaft und effektives Recycling von Kleidung fördern (nur 1% der Stoffe für Kleidung wird zu neuen Textilien recycelt).

Das kannst du tun:

Wie konsumiert man besser, und vor allem weniger?

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👀 Quellen

Rat für nachhaltige Entwicklung
Süddeutsche Zeitung
Europäisches Parlament: Umweltauswirkungen von Textilproduktion

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Esther Meunier
À la recherche de bonnes nouvelles