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Warum Haifleisch uns schadet

Haifleisch taucht oft in Nahrung auf - zum Beispiel in Fish & Chips und in der Haifischflossensuppe in chinesischsprachigen Gebieten. Manche essen Haifischfleisch auch ohne es zu wissen, weil es nicht als solches gelabelt wird. In Brasilien ist das beispielsweise der Fall. Das Land in Südamerika ist der größte Haifleischkonsument der Welt. Auch in Deutschland gibt es Haifleisch: Die Schillerlocke ist geräucherter Bauchlappen des Dornhais, der weltweit vorkommt und auch bei uns in der Nordsee beheimatet ist. Der Dornhai ist generell überfischt und seit 2009 ist es verboten, ihn in EU Gewässern zu fangen.

Um wie viel Prozent ist die weltweite Haipopulation zurückgegangen?
  • Um 40%
  • Um 60%
  • Um 70%

So schadet uns Haifleisch direkt

Aufgrund der Überfischung gibt es weltweit nur noch 30% der ursprünglichen Haipopulation. Viele Haiarten sind also vom Aussterben bedroht. Aber unabhängig von Tierschutz- und Umweltgründen sollten Menschen kein Haifleisch essen. Denn es ist giftig für uns. Das liegt daran, dass Haie Spitzenprädatoren sind: Sie sind weit oben in der Nahrungskette des Ozeans, wodurch sich durch den Verzehr der Beute viele Giftstoffe in ihnen ansammelt. Die Konzentration dieser Giftstoffe nimmt mit dem Alter der Haie zu. Wenn Menschen das Haifischfleisch essen, reichern sich diese Giftstoffe ebenfalls in ihrem Körper an.

Woher kommen die Giftstoffe?
  • Sie bilden sich im Körper der Fische
  • Vom Mikroplastik und durch die Industrie

Hier eine Auflistung der Giftstoffe:

Quecksilber: Eine Quecksilberbelastung kann zu Kopfschmerzen, Zittern und kognitiven Störungen führen. Besonders gefährlich ist Quecksilber für schwangere Frauen, da es beim Fötus langfristige Probleme mit der kognitiven Entwicklung verursachen kann.

Arsen: Die Arsenkonzentration liegt u.a. bei Weißen Haien, Walhaien, Zwergpygmäen und Hammerhaien weit über einem akzeptablen Niveau. Arsen beschädigt Lunge, Haut, Niere und Leber und kann sogar zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Tod führen. Das Fleisch all dieser Haiarten wird auf den internationalen Märkten konsumiert, ist aber extrem gefährlich.

Blei: Blei kann alles Mögliche verursachen, von leichten Beschwerden, wie Bauch- und Kopfschmerzen bis hin zu größeren, wie Krampfanfällen, Koma und sogar Tod.

“Wir haben eine globale Hai-Krise.”
- Andrea Richey, leitende Direktorin der Hong Kong Shark Foundation


Der Haikonsum schadet uns auch indirekt

Abgesehen vom Fleisch werden Haie u.a. auch für Kosmetikprodukte gefangen. Ihre ölige Substanz aus der Leber (Squalen) dient als Feuchtigkeitsspender. Haihaut wird in der Ledermode verarbeitet. Andrea Richey von der Hong Kong Shark Foundation setzt sich seit Jahren für Haie ein und kennt sich sehr gut mit ihrer Schlüsselfunktion im Ozean aus. Deswegen weiß sie, dass der Haifischkonsum auch indirekt gefährlich für uns ist. Denn Haie sind sehr wichtig für ein ausbalanciertes Ökosystem im Meer. Sie essen kranke und geschwächte Fische, wodurch sie Krankheitsausbrüche verhindern, die sonst Fischpopulationen gefährden könnten. Gesunde Fische reproduzieren sich und folglich gibt es eine gesunde Fischpopulation.

Außerdem verhindern sie indirekt eine Überpopulation giftiger Algenblüten. Denn Haie ernähren sich von mittelgroßen Raubfischen, die kleinere Fische fressen, die wiederum Algen fressen. Ohne Haie gedeihen die mittelgroßen Raubfische und fressen alle kleineren Fische. Die Folge: Die Algen wachsen ungehindert. Das Wasser wird schleimig und Sonnenstrahlen können nicht ins Wasser gelangen. Das ist für die Meerestiere tödlich. Wenn wir allerdings keine Überpopulation an Algen haben, dann wird das Wasser auch nicht verunreinigt. Davon haben wir Menschen auch etwas.

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👀 Quellen

Hong Kong Shark Foundation
sharksider.com

Autorin: Joyce Lok-Teng Lee