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Die Erderwärmung begrenzen: Warum eigentlich genau 1,5°C?

Die Klimaerwärmung auf “deutlich unter” 2°C begrenzen, das steht im...
  • Pariser Abkommen
  • 6. Bericht des Weltklimarats
  • Genfer Abkommen

Tatsächlich geht das Abkommen sogar noch weiter: Es erklärt, dass 2°C die maximale Grenze ist, die auf gar keinen Fall überschritten werden darf. Doch man sollte besser höchstens 1,5°C Erwärmung bis 2100 anzielen (im Vergleich zu 1850-1900).

Dass man zwei verschiedene Zahlen festgelegt hat und nicht eine, liegt daran, dass die Länder sich bei den Verhandlungen nicht einigen konnten:

  • Die Industrieländer, die einen hohen Treibhausgasausstoß haben, setzten sich eher weniger stark dafür ein, ihre Emissionen zu senken. Daher die 2°C.
  • Andere Länder, wie zum Beispiel Inselstaaten, sind von der Klimaerwärmung stärker betroffen und wollen sie so schnell wie möglich stoppen. Daher die 1,5°C.

Es ist also ein Kompromiss.


Wieso nicht 3°C oder 4°C?

Diese Zahlen wurden deshalb gewählt, weil Forschende sagen, dass die Auswirkungen des Klimawandels sehr viel stärker werden, wenn wir die 2°C überschreiten!

Wenn die Erwärmung beispielsweise in 2100 größer als 4°C im Vergleich zu 1850-1900 ist, drohen uns laut dem Weltklimarat:

  • Eine viel größere Lebensmittelunsicherheit (= Hungerkrisen)
  • Dass bestimmte Aktivitäten nicht mehr möglich sein werden, wie zum Beispiel draußen arbeiten oder landwirtschaftlicher Anbau
  • Das Aussterben sehr vieler Arten

Wieso also 1,5°C? Jedes halbe Grad zählt, da es schon große Unterschiede zwischen +1,5°C und +2°C geben wird:

  • Es wird in vielen Gebieten in Nordamerika und Europa häufigere und heftigere Fälle von Starkregen und Überschwemmungen geben.
  • Mehrere Regionen in Afrika, Südamerika und Europa werden mehr von Dürrekatastrophen betroffen sein.
  • Überflutungen durch den Anstieg des Meeresspiegels finden heutzutage circa alle 100 Jahre statt, werden uns aber ab 2100 jährlich bedrohen.

→ Diese Karten mit Informationen aus dem letzten Bericht des Weltklimarats zeigt die verschiedenen möglichen Szenarien für 1,5°C, 2°C und 4°C.

Man sieht auf dieser Karte → In allen Szenarien ist der Temperaturanstieg ungleich auf der Oberfläche der Erde verteilt: Die Landfläche erhitzt sich schneller als die Ozeane und die Pole stärker als der Rest der Welt. Doch je mehr wir uns den 4°C nähern, desto schneller kommen bestimmte Regionen in extreme Temperaturen!

Ähnlich sieht es mit dem Starkregen aus → Je mehr wir uns der Erwärmung um 4°C nähern, desto heftiger werden die Auswirkungen. Dies verstärkt sich bei den Polen und am Äquator und sinkt in Gebieten, die besonders vom Monsun betroffen sind.

Die Auswirkungen des Klimawandels sich nicht nur geographisch ungleich verteilt, sie treffen auch verschiedene Völker unterschiedlich stark. Benachteiligte Gruppen sind weniger geschützt, egal wo sie auf dem Planeten leben.

Wie weit sind wir mit diesen Zielen?

Die Erde hat sich seit 1850-1900 schon um...
  • ca. 0,2°C erwärmt
  • ca. 0,6°C erwärmt
  • ca. 1,1°C erwärmt

Im Bericht des Weltklimarats werden mehrere Szenarien zum Treibhausgasausstoß untersucht:

  • Zwei Szenarien mit hohen oder sehr hohen Emissionen (= die sich im Vergleich zu heute verdoppeln würden): Die Temperatur würde bis 2100 um 2,8 bis 5,7°C steigen.
  • Ein mittleres Szenario (= wenn die Emissionen bis 2050 ungefähr gleich zu den heutigen bleiben und danach auf null gesenkt werden würden): 2100 wäre die Temperatur um 2,1 bis 3,5°C gestiegen.
  • Zwei Szenarien mit niedrigen oder sehr niedrigen Emissionen (= wenn es uns gelingt, einen Teil unserer Emissionen zu absorbieren, also Treibhausgase aus der Atmosphäre entziehen): 2100 wäre die Temperatur um 1 bis 2,4°C gestiegen.

Wenn wir also so weitermachen wie bisher, dann wird die Temperatur bis 2100 um 2,8 bis 5,7°C steigen.

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🧐 Und jetzt?

Es gibt einiges, was du persönlich tun kannst, um deinen CO2-Fußabdruck zu verringern: Deine Ernährung pflanzlicher gestalten, weniger Flugreisen machen, Öffentliche Verkehrsmittel und den Langsamverkehr* nutzen...

Doch das ist nicht immer einfach und vor allem reich es nicht aus → Regierungen und Konzerne müssen handeln. Zum Beispiel:

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🔍 Was bedeutet...

Langsamverkehr: Nicht-motorisierte Verkehrsmittel, wie zu Fuß gehen, Rad fahren, Skaten und andere Transportmittel, die keine Treibhausgase produzieren

Bodenversiegelung: Ein natürlicher, land- oder forstwirtschaftlicher Boden wird durch Bebauung (für Wohnraum, Gewerbe, Straßen, etc.) wasserundurchlässig gemacht

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👀 Quellen

Pariser Abkommen
Französisches Ministerium für Ökologischen Wandel
6. Bericht des Weltklimarats
Besonderer Bericht des Weltklimarats zur Erwärmung um 1,5°C

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Esther Meunier
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