Flamme um Baum herum

Warum der Klimawandel zu häufigeren und stärkeren Waldbränden führen wird

5 min
Pauline Vallée
Wie groß ist die Fläche, die die Welt jährlich durch Brände verliert?
  • So groß wie Bayern
  • So groß wie Deutschland
  • So groß wie die Europäische Union


Was sind die Ursachen von Waldbränden?

In Frankreich werden Brände in 9 von 10 Fällen durch den Menschen ausgelöst (aus Versehen oder absichtlich), erklärt Mathieu Regimbeau, Ingenieur für Agrarmeteorologie und Waldbrände bei Météo-France. Einige können auch wetterbedingt sein, z. B. nach einem Blitzeinschlag während eines Gewitters, bei dem es wenig regnet. Doch das ist eher selten.

Das Wetter ist fast nie der Auslöser für Waldbrände. Aber es beeinflusst, wie schnell es sich ausbreitet, das Ausmaß und die Dauer des Feuers. Das hängt von zwei Hauptfaktoren ab:

  • Die Trockenheit der Vegetation → Wenn du schon mal bei schlechtem Wetter gezeltet hast, dann hast du sicherlich gemerkt, dass es schwierig ist, mit feuchtem Holz ein Feuer zu entfachen. Umgekehrt gilt: Je heißer und trockener es ist, desto anfälliger ist die Vegetation für Flammen.

  • Die Windgeschwindigkeit und -richtung → Böen fachen die Flammen an (die den Sauerstoff brauchen) und verbreiten sie schneller.

Temperatur über 30°C, Luftfeuchtigkeit unter 30% und Windgeschwindigkeit über 30km/h = Waldbrandgefahr.


Klimawandel und Waldbrände - Ein Teufelskreis

Zur Erinnerung: Der Klimawandel = der Anstieg der globalen Temperatur auf der Erdoberfläche. Diese Erwärmung der Atmosphäre hat schlimme Folgen: Dürren, Hitzewellen, Wasserknappheit etc. Es wird immer mehr Situationen geben, in denen diese Risikofaktoren zusammenkommen. Die Wälder - und die Vegetation allgemein - werden zunehmend anfälliger für Brände werden.

Was bedeutet das konkret? "Für Frankreich wird die Brandgefahr nicht mehr nur hauptsächlich den Südosten und den Südwesten betreffen, sondern das gesamte Land", erklärt Mathieu Regimbeau. Was die Anzahl der Brandausbrüche und die verbrannte Fläche betrifft, wird ein Rekordjahr wie 2003 in der Mitte des Jahrhunderts ein normales Jahr werden."

Um wie viel Prozent könnten extreme Brände bis 2050 häufiger werden?
  • 3%
  • 13%
  • 30%

In Zukunft werden die Brände größere Gebiete zerstören als bisher. Wälder, die nicht oft von Waldbränden betroffen sind, sind auch schlechter darauf vorbereitet. Die Schäden könnten daher größer sein.

Die Feuersaison könnte in Zukunft auch früher beginnen (im Mai statt wie bisher Mitte Juni) und später enden (bis Oktober statt Mitte September).

Wann standen in Korsika 3000 Hektar Vegetation in Flammen?
  • November 2019
  • Februar 2020
  • April 2020

Ein weiteres Problem: Vegetationsbrände verschlimmern wiederum die Erderwärmung. Denn Feuer ist sehr heiß (für noch mehr schlaue Erkenntnisse, folgt NOWU 🤓) → und setzt sehr viel CO2 frei, was somit den Klimawandel verschärft.

Außerdem zerstört es super wertvolle Ökosysteme* wie Torfmoore, die wahre Verbündete gegen den Klimawandel sind (und die, wenn sie verschwinden, ihr gesamtes gespeichertes CO2 wieder freisetzen).


Was sind die Folgen der Brände?

Folgen für die Natur

Durch die Zerstörung der Ökosysteme und die Verschmutzung von Luft und Wasser haben Brände enorme Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Wenn sie sich in den nächsten Jahren häufen, könnten mehr als 4000 Land- und Süßwasserarten gefährdet werden!

Die Buschbrände von 2020 in Australien beeinträchtigten…
  • 300 000 Tiere
  • 3 Millionen Tiere
  • 3 Milliarden Tiere

Folgen für die Menschen

Der Rauch und die Schadstoffe, die bei Bränden freigesetzt werden, wirken sich auch auf die menschliche Gesundheit aus: Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Störungen... Auch Menschen, die hunderte von Kilometern entfernt wohnen, können betroffen sein!

Eine brennende Vegetation verursacht viele Kosten und Probleme: zerstörte Häuser, Menschen auf der Flucht, die neue Zuhause finden müssen, verschmutzte Wasserläufe, bedrohte Arten...

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🧐 Und jetzt?

Neben dem Kampf gegen den Klimawandel gibt es noch weitere wichtige Maßnahmen, die umgesetzt werden müssten.

Auf globaler Ebene:

  • Prävention stärken → Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und des Informations- und Datenzentrums GRID-Arendal schlägt vor, die Zeit "vor der Entfachung" (Prävention, Planung, Anpassung...), die derzeit weniger als 1% der Gesamtfinanzierung für die Brandbekämpfung erhält, besser vorzubereiten, anstatt alles auf die Zeit "nach der Entfachung" (Mittel zur Brandbekämpfung) zu setzen. Zum Beispiel Gebäude mit Abstand zur Vegetation errichten oder "Pufferzonen" zwischen Wäldern und Siedlungen/Straßen einrichten und erhalten.

  • Unser Verhältnis zum Feuer ändern → Zum Beispiel, indem wir das Wissen indigener Völker anerkennen, die ihre eigenen Methoden zur Vermeidung und Bewältigung von Waldbränden haben. Z.B. brennen sie zu Beginn der Trockenzeit absichtlich bestimmte Gebiete ab, um "Feuerschneisen" zu schaffen.

  • Gesunde Wälder erhalten → Indem wir wichtige Ökosysteme wie Feuchtgebiete und Torfmoore schützen und wiederherstellen und die Artenvielfalt so weit wie möglich erhalten.

  • Wälder anpassen → In Frankreich wird beispielsweise derzeit erforscht, wie die Wälder besser an die Folgen der Erderwärmung angepasst werden können. Zum Beispiel, indem im Norden Pflanzenarten angepflanzt werden, die im Süden heimisch sind und an das heiße und trockene Klima gewöhnt sind.

Das kannst du tun:

  • In der Natur nicht mit dem Feuer spielen → Keine Kippen auf den Boden werfen, im Wald nicht grillen, keine Experimente auf der trockenen Wiese!

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Wie wird der Klimawandel die Sommer verändern?

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🔍 Was bedeutet

Ökosystem: Ein Gebiet, das bestimmte Merkmale (Feuchtigkeit, Klima, Bodenbeschaffenheit usw.) aufweist und in dem verschiedene Organismen leben, die voneinander abhängig sind.

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👀 Quellen

Interview mit Mathieu Regimbeau, Ingenieur für Agrarmeteorologie und Waldbrände bei Météo-France
Le Monde
Vereinte Nationen
ONF
UNEP
Französisches Umweltministerium

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Pauline Vallée
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