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Eine geöffnete Thunfischdose auf grünem Grund
3 min

So erkennst du, wie nachhaltig Thunfisch ist

Zum Anfang ein paar Fakten zu Thunfisch:

  • Thunfisch ist die am meisten konsumierte Meeresspezialität in Europa.

  • Im Durchschnitt essen wir Deutschen jedes Jahr 0,78 kg Thunfisch, größtenteils aus der Dose. Im europäischen Durchschnitt sind es sogar 2,78 kg pro Jahr.

  • Die Hauptfanggebiete liegen im Indischen und im Pazifischen Ozean → für uns Europäer:innen ist das ganz schön weit weg!

  • Ein Drittel der Fischbestände der sieben bekanntesten Thunfischarten wird nicht nachhaltig aus dem Meer geholt (also in einem viel schnelleren Tempo, als sie sich wieder erholen können).

Also kein Thunfisch-Sandwich und Thunfischsalat mehr? Muss nicht unbedingt sein. Nimm dir lieber 2 Minuten, um dir die Hinweise auf der Thunfischdose durchzulesen - und du erfährst viel über die Auswirkungen auf die Umwelt:

Thunfischart → Anstatt “Weißen Thun” oder “Gelbflossenthun” zu nehmen (die sind vom Aussterben bedroht), probier doch mal den weniger gefährdeten “Echten Bonito”.

Fangmethode → Die Bloom Association hat einen Bericht über die weltweit schlimmsten Fangmethoden und deren Auswirkungen auf die Umwelt veröffentlicht. Zu den nachhaltigen Fangmethoden gehören Reusen, Fallen und Handnetze.

Herkunft → Versuche, darauf zu achten, dass der Thunfisch aus deiner Nähe kommt (für uns Europäer:innen also eher aus dem Atlantik, als aus dem Pazifischen Ozean).

Siegel → Das Label des Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert Meeresprodukte aus nachhaltiger Fischerei. Doch auch hier gibt es immer wieder Kritik - auch von NGOs. Das MSC- Siegel ist also nur eine Art “Basis-Absicherung”. Für einen höheren Standard könnt ihr nach dem Anbieter “Followfish” suchen. Da werden die Fische von Hand geangelt, die Produkte sind Fair-Trade zertifiziert und durch ein Tracking lässt sich verfolgen, wo der Fisch herkommt. Das ist definitiv kein Standard in der Branche und die Firma ist da Vorreiter. Dafür gibts Lob von Greenpeace und 2011 gabs den deutschen Nachhaltigkeitspreis. Dennoch kommt der Fisch von sehr weit weg zu uns, das solltet ihr immer mitbedenken. Auch das Unternehmen selbst rät dazu, nicht öfter als einmal im Monat Fisch zu essen, um die Bestände zu schonen.

P.S.: Versuche einfach mal weniger Thunfisch zu essen. Es gibt nicht nur viele andere Fischarten, die du vielleicht noch gar nicht kennst (und die noch nicht ausgebeutet sind), sondern auch mega leckere vegane Alternativen.

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👀 Quellen

Bloom
Commission Européenne
FAO
IUCN
Nations Unies
MSC Thunfisch-Bericht 2020
Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Europäische Kommission

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Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro
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Julia Paasch