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Feuerwerkskörper explodiert
5 min

Schaden Feuerwerke dem Klima?

Der 14. Juli ist eines der wichtigsten Daten in Frankreich - der französische Nationalfeiertag. Im ganzen Land wird die französische Hymne, die Marseillaise gesungen, der Sturm auf die Bastille gefeiert, es gibt Paraden, und: ganz viele Feuerwerke!

Woher kommt das Feuerwerk?

Die ersten Feuerwerke gab es in…
  • Japan
  • China
  • Italien

Der Treibstoff für Feuerwerkskörper ist das sogenannte Schwarzpulver. Es besteht aus Kohle, Schwefel und Salpeter*. Auch enthalten die Körper viele kleine metallische Feinpartikel (aka Feinstaub), die ihnen die bunten Farben verleihen:

  • Für blau: Kupfer
  • Für rot: Strontium* oder Lithium*
  • Für grün: Barium*
  • Für gelb: Sodium
  • Für orange: Calcium

Ja, Feuerwerke sind klimaschädlich

Denn sobald sie explodieren, setzen sie all diese Feinpartikel in die Atmosphäre frei. Dazu kommen noch CO2-Emissionen, die durch das Verbrennen des (berühmt-berüchtigten) Schwarzpulvers entstehen.

Wie viel CO2 produziert das Feuerwerk am 14. Juli in Paris?
  • 0,5 Tonnen CO2
  • 1 Tonnen CO2
  • 1,5 Tonnen CO2

Der Feinstaub fällt auf die Erde zurück und kontaminiert die Atemluft, die Böden, die Flüsse und sehr wahrscheinlich auch die Lebewesen in der Umgebung.

Ein einziges Feuerwerk hat aber noch keine stark bedenkliche Feinstaubbelastung. Nur, wenn am selben Ort immer wieder Feuerwerke gezündet werden, wird es für die Gesundheit und die Umwelt gefährlich (deshalb sollte nach einer durchböllerten Sylvesternacht die Pyrotechnik erstmal Pause machen).

Wer ein Haustier hat, weiß, wie Pyrotechnik-Shows die Tiere beeinflussen: Ein Feuerwerk ist eine starke Lärm- und Lichtbelastung für die lokale Flora und Fauna*. Die Folgen: Stress, Hörschäden durch laute Explosionen, etc. Studien haben gezeigt, dass einige Vogelarten sehr verängstigt werden und ihre Nester verlassen.

Gibt es umweltschonende Alternativen?

Es gibt zum Beispiel Lichtshows mit Ton/Musik und sogar Drohnenshows! Doch auch diese sind nicht klimaneutral, da sie teilweise viel Strom verbrauchen. Seit einigen Jahren versuchen manche Feuerwerkskünstler:innen allerdings, den ökologischen Fußabdruck der Feuerwerkskörper zu reduzieren. Es werden alternative Antriebe (z.B. mit Druckluft) sowie ökologische Materialien genutzt (z.B. Flugkörper aus 100% biologisch abbaubarem Karton statt Plastik(-anteil) oder Aluminium).

Auch machen einige Unternehmen die CO2-Emissionen ihrer Produkte sichtbarer, und manche bieten an, ihren ökologischen Fußabdruck zu kompensieren (Aber Vorsicht: Einfach Bäume zu pflanzen ist leider auch nicht die perfekte Lösung, um Emissionen zu kompensieren).

Kurzer Vibe-check:

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🔎 Was bedeutet…

Salpetersalze: Kleine weißliche Kristalle, die in bestimmten Felsen und Böden vorkommen. Sie werden als Sprengstoff, als Dünger oder als Konservierungsmittel für Lebensmittel genutzt.

Feinstaub: Winzige Partikel in der Luft. Anders als z.B. Hausstaub sind die Partikel so fein, dass die Schwerkraft sie nicht am Boden hält. Sie können tief in die Atemwegen von Lebewesen eindringen.

Strontium: Chemisches Element, das zur Gruppe der Metalle gehört. Im Kontakt mit der Luft in es leicht entzündlich. In Feuerwerkskörpern und Leuchtraketen wird es für die rote Färbung genutzt.

Lithium: Weiß-silbernes Metall, das in Metalllegierungen und in der Pharmaindustrie eingesetzt wird.

Barium: Weiß-silbernes, weiches und schweres Metall.

Flora und Fauna: Alle Lebewesen in einem Ökosystem. Flora = Pflanzenwelt. Fauna = Tierwelt.

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Nicolas Quénard
The Lizard King