Gesicht einer besorgt blickenden, jugendlichen Person, mit Denkblase über dem Kopf, in der "Klimawandel" steht
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Psyche vs. Klimaangst: Was kannst du tun?

Waldbrände in Europa, Überflutung im Ahrtal, zehn weitere Tierarten bedroht, die Schmetterlinge sterben aus und das 1,5 Grad-Ziel ist schon längst nicht mehr zu erreichen - kennt ihr das? All diese negativen Nachrichten in Bezug auf das Klima beschäftigen uns, können eine Last sein und uns manchmal ganz kirre machen.

Das ist menschlich und nachvollziehbar. Laut einer Umfrage von The Lancet haben 59% der 16 bis 25-jährigen in zehn Ländern weltweit Angst vor dem Klimawandel und geben an, sehr beunruhigt oder extrem besorgt zu sein. Viele sprechen in dem Zusammenhang von Klimaangst.

Was ist Klimaangst?

Der Klimawandel ist eine reale Bedrohung - das ist Fakt. Und so klar und offensichtlich das ist, so unklar ist es, wie genau wir mental mit dieser Gefahr umgehen sollen. Viele fühlen sich machtlos.

Klimaangst beschreibt das Leiden durch Sorgen und gar Angst vor dem Klimawandel und daraus resultierenden Folgen. Diese Angst geht oft mit Gefühlen wie Trauer, Wut, Scham und Machtlosigkeit einher. Das beeinflusst dann auch unser Denken und Handeln. Klimaangst kann das Risiko für Depression und Angstzustände erhöhen.

Gegensteuern durch Self-Focus

Wichtig ist, dass wir uns trotz der Natur-Katastrophen und negativen Nachrichten um uns herum auch auf uns selbst konzentrieren. Unser eigenes Leben und die positiven Elemente darin dürfen nicht aus dem Fokus geraten. Es ist deshalb sinnvoll, sich feste Zeiten einzuplanen, in denen du dich mit Klima-Themen beschäftigst. Aber auch feste Zeiten, in denen du auf dich und deine (psychische) Gesundheit achtest. Setze dir bewusst Pausen und sag dir selbst "Jetzt nicht". Nutze deine Zeit zum Beispiel für Hobbys, Entspannung oder Freunde.

Über Sorgen sprechen

Klar - du darfst dich zeitweise auch schlecht fühlen, trauern und dich über die klimapolitische Situation ärgern. Trau dich, deine Emotion zu spüren und erkenne sie an.

Es kann sehr hilfreich sein, wenn du mit anderen Menschen (zum Beispiel mit deiner Familie oder Freund:innen) über deine Ängste und Sorgen sprichst. Solltest du in deinem Umfeld nicht darüber reden wollen, kannst du dich auch in Klimagruppen oder Foren austauschen.

Proaktiv engagieren

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich: Aktiv werden, rausgehen und sich engagieren. Klimaangst kann beflügeln und mehr Engagement herauskitzeln.

Ein weiterer Tipp ist also: Wandle die negativen Gefühle oder deine Angst in positiven Aktivismus um (z.B. indem du an Demos teilnimmst, kleine Anpassungen im Alltag machst, dir ein Ehrenamt suchst, dich politisch engagierst). Egal, ob im großen oder im kleinen Rahmen - das reale Handeln und Gegensteuern kann helfen und die lähmende Angst reduzieren.

Professionelle Hilfe geht immer

Klimaangst ist keine Krankheit. Aber natürlich kann der negative Druck, die Ohnmacht, Trauer und Wut manche Menschen überrollen und dann eine sehr große Belastung sein. Bei einer Umfrage der University Bath (GB) gaben 45% der jungen Menschen an, dass die negativen Gefühle (aufgrund der Klimaangst) sich auf ihren Alltag auswirken.

Deshalb, wichtig: Wenn es dir aktuell nicht gut geht und du über deine Sorgen und Ängste sprechen möchtest, kannst du dich zum Beispiel an folgende Stellen wenden:

  • Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222. Auch per Chat oder E-Mail ist ein Gespräch möglich (rund um die Uhr, anonym und kostenfrei)
  • Nummer gegen Kummer: Dort können sich Kinder und Jugendliche an die 116 111 wenden. Sie ist montags bis samstags von 14-20 Uhr erreichbar (anonym und kostenfrei)

Wie geht ihr mit den negativen Klima-Nachrichten um? Habt ihr Tipps?

Lasst es uns wissen!

Quellen

DUDEN
Bundesumweltprotal
Psychologist for Future
Enorm Magazin
Deutschlandfunk Nova
WDR Aktuelle Stunde
Grüne Mühle GmbH
Schlosspark Klinik
The Lancet
ZDF Panorma
BARMER Internetredaktion

Autorin: Tyra Webster