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Teller mit Serviette und Besteck
3 min

Umwelt und Ernährung: Der perfekte Ernährungsplan für den Menschen

Wie viele Menschen werden wir 2050 auf der Erde sein?
  • 8 Milliarden
  • 9 Milliarden
  • 10 Milliarden

Die eigene Ernährungsweise umzustellen, ist eine der wirksamsten Methoden, um der Erde etwas Gutes zu tun. Wissenschaftler:innen haben 2019 daran geforscht, welche Ernährung am besten für unsere Gesundheit und gleichzeitig gut für den Planeten ist. Dabei wurde ein Mix zusammengestellt, der unseren Energiebedarf deckt und mit Lebensmitteln gespickt ist, die eine nachhaltige Ernährung* möglich machen. Wenn jeder Mensch so essen würde, ginge es der Erde schon sehr viel besser.

Das brauchst du für die umweltfreundliche und gesunde Super-Ernährung:

  • 38% Obst und Gemüse der Saison, bio und regional → weniger Nutzung von schädlichen Pestiziden und geringere Treibhausgasemissionen* durch kürzere Transportwege

  • 19% Vollkorn-Getreide (Hirse, Wildreis, Buchweizen, Quinoa, etc.) → statt Weizen, Reis und Mais, die 60% der weltweiten Intensivkulturen ausmachen (= massiver Einsatz von Pestiziden)

  • 19% Milchprodukte (Käse, Milch, Joghurt) → Bioprodukte, damit weniger Antibiotika und Pestizide in der Ernährung der Tiere verwendet werden

  • 9% Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) und Nüsse → beim Anbau wird auf chemischen Dünger verzichtet, weshalb die Bodenqualität verbessert wird

  • 6% Tierische Proteine (Fisch, Ei, Geflügel, rotes Fleisch) → kleine Betriebe und gute Haltungsbedingungen wählen, da die intensive Viehhaltung viel Wasser verbraucht und zur Klimaerwärmung beiträgt

  • 4% Speiseöle → vor allem pflanzliche Produkte wie Olivenöl, Nussöl, Rapsöl. Sie enthalten reichhaltige Fette und sind meist umweltschonend

  • 3% Stärkehaltige Lebensmittel (Kartoffeln, Nudeln, Brot) → reich an Kohlenhydraten, die wichtig für den Körper sind!

  • 2% Zusätzlicher Zucker (Haushaltszucker, Soft Drinks, Sirup) → nicht zu viel, denn der Zuckeranbau verbraucht viel Wasser und schadet den Böden

Perfect Plate

Diese Zahlen sind Vorschläge von The EAT-Lancet, einer Expertengruppe von 37 Wissenschaftler:innen (Gesundheitsexpert:innen, Agrarwissenschaftler:innen und Umweltwissenschaftler:innen) aus 16 verschiedenen Ländern. In der Studie wird die perfekte Ernährung als flexitarische Ernährung* vorgeschlagen: d.h. sie ist für Personen, die weiterhin auf nichts komplett verzichten möchten.

“Der Wandel hin zu einer gesunden Ernährungsform bis 2050 wird zwangsläufig zu erheblichen Veränderungen in unserer Essgewohnheit führen […] Wir müssen aber auch bedenken, dass einige Bevölkerungsgruppen auf der Welt von Produkten aus der Viehhaltung und tierischem Eiweiß abhängig sind [...] In Hinblick darauf muss die Rolle von tierischen Produkten in der Ernährung jeweils einzeln und im Rahmen der lokalen und regionalen Voraussetzungen sorgfältig geprüft werden.”
EAT-Lancet-Kommission

Das ist also auch der Grund, warum es auf dem idealen Teller auch Fleisch und Milchprodukte gibt, obwohl:

Diese Produkte mies für die Umwelt sind.

Sie nicht unbedingt notwendig sind, um unseren Nährstoffbedarf zu decken. Das geht auch allein mit pflanzlichen Lebensmitteln.

Kurz gesagt:

Würden wir nur 6% Fleisch essen, würde sich das schon deutlich positiv auf die Umwelt auswirken.

Wenn du aber komplett auf Fleisch und/oder Milch und Käse verzichtest, kannst du dir sogar eine noch umweltfreundlichere Ernährung zusammenstellen.


Na, Bock “nachhaltige Ernährung” auch bald mal auszuprobieren?
  • Warum nicht!
  • Nee, eher nicht


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🔍 Was bedeutet…

Nachhaltige Ernährung: Ernährungsweise, bei der sich die Menschen ausreichend mit gesunden, umweltschonenden Lebensmitteln ernähren. Am besten bezahlbar und leicht verfügbar.

Flexitarische Ernährung: Hauptsächlich vegetarische Ernährungsweise mit gelegentlichem Fleisch- oder Fischkonsum.

Treibhausgasemissionen: Ausstoß von Treibhausgasen, wie Kohlenstoffdioxid (von zum Beispiel Autos) und Methan (von zum Beispiel Kuh-Rülpsern), die zu einem Anstieg der globalen Temperatur führen, zum Treibhauseffekt beitragen.


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👀 Quellen

The EAT-Lancet
ADEME
Hellocarbo
WWF

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Nicolas Quénard
The Lizard King