Straßenschild mit der Aufschrift "Achtung Overtourism"
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Wenns zu viel wird, wirds zu viel - Overtourism, seine Folgen und Alternativen

Instagram & Co. sind voll davon - besonders aktuell: Fotos von traumhaften Urlaubsorten, an denen wir nur zu gerne wären.

Ups! Hinter der Kameralinse sieht es aber nicht so schön aus. Oft sind diese Plätze sehr überlaufen und eine Masse von Menschen steht Schlange, um das perfekte Bild zu schießen. Viele missachten sogar Regeln, Schilder oder andere Hinweise am Ort. Die beliebtesten Urlaubsorte für die meisten Menschen aus Deutschland sind neben der heimischen Ostsee vor allem Spanien, Italien, Griechenland und die Türkei. Dabei sind Venedig, Barcelona und Dubrovnik wiederum bekannte Beispiele für Overtourism. Aber auch in Peru, Mittelamerika, Indien oder Norwegen gibt es Massentourismus. Weltweit gab es laut World Tourism Organization 1,4 Millionen Tourist*innen. Die Zahlen sind bis zur Pandemie 2020 enorm angestiegen.

Overtourism hat Overall-Folgen

Egal wo, der Overtourism hat Folgen für die Umwelt. Der Ansturm und das oft rücksichtslose Verhalten der Tourist*innen schadet der Natur. In vielen Regionen werden die Strände und Wanderwege zerstört oder vermüllt. Die Orte sind zu vielen Menschen ausgesetzt. Dadurch kann sich die Natur nicht erholen. Die Folge: Pflanzen, ökologische Strukturen und unberührte Naturregionen gehen kaputt. Und auch Bewohner*innen ärgern sich über den Massentourismus an ihrem Ort. Denn dadurch steigen die Preise, aber es entstehen auch mehr Staus, Wohnungsknappheit, eine Überlastung der Infrastruktur oder Müllprobleme.

Please don’t enter - Strategien gegen Overtourism

Länder, Kommunen und Städte gehen weltweit ganz verschieden gegen Overtourism vor. In Deutschland gibt es zum Beispiel strenge Maßnahmen für den Königssee in Bayern. Das ist ein beliebter Platz für Instagram-Fotos (gewesen) - seit Juni 2021 ist der Ort gesperrt. Wer die Hinweisschilder ignoriert, muss eine Geldstrafe zahlen.

Beim Weltkulturerbe Taj Mahal in Indien gibt es dafür eine tägliche Einschränkung der Besucherzahlen. Nach spätestens drei Stunden muss man hier das letzte Bild geschossen haben. Auch in Peru wird versucht, die Massen beim Machu Picchu mit zeitlichen Einschränkungen zu kontrollieren. An anderen Orten wie Dubrovnik in Kroatien gibt es Beschränkungen für das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen, um die Massen einzudämmen.

Vielerorts werden Sightseeing-Spots oder Besuche von Wahrzeichen teurer. Das gilt auch für Venedig in Italien. Dort müssen Tourist*innen ab dem 16. Januar 2023 ein Tagestourismus-Ticket zahlen.

Der Overtourism lässt sich mit all diesen Strategien allgemein nicht komplett kontrollieren. In erster Linie ist der Ansturm der Auslöser - also, dass sich die Tourist*innen auf wenige einzelne Urlaubsorte auf der Welt versteifen. Eine Lösung: Einfach woanders hin reisen. Laut einer Umfrage würden sogar 31% einen alternativen Reiseort auswählen, um Menschenmassen zu vermeiden. Hier mögliche Urlaubsvorschläge, um etwas Neues zu sehen:

Unsere NOWU Urlaubsalternativen

Es ist verlockend, bekannte Orte zu sehen und dorthin zu reisen. Aber auch Orte, die weniger populär sind, haben ihren Reiz. Dazu zählt zum Beispiel Comacchio. Die Fischerstadt an der Adriatischen Küste besteht aus kleinen Gassen und Brücken mit italienischem Charme - Comacchio erinnert an Venedig.

Und klar, Dubrovnik hat viel Geschichte und Star-Flair (Grund: Game of Thrones) zu bieten. Aber auch in Split, etwas nördlich von Dubrovnik, haben Römer, Osmanen und andere Spuren hinterlassen. Die Stadt ist größer, deshalb gibt es trotz Tourismus weniger Massen.

Anstatt nach Barcelona, ist Rotterdam eine Idee. Zwar ohne Strand, aber auch mit vielen Architektur-Highlights und Kunst.

Eine weitere Alternative zum Entzerren des Tourismus ist das Verreisen in der Nebensaison. Laut einer Umfrage sind dazu fast die Hälfte der Menschen bereit. Du auch?


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👀 Quellen

Tagesschau
Welt
Vist Norway
Augsburger Allgemeine
FOCUS Online
Galileo TV
Statista
Redaktionsnetzwerk Deutschland


Von Tyra Webster