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Ein Moor und die Aufschrift CO2
2 min

More Moor, please!

Moore sind wahre Klimahelden

In Mooren steckt ein großes Potenzial für unseren Umwelt- und Klimaschutz. Denn Moore sind wichtige Ökosysteme. Vereinfacht erklärt sind es Gebiete, in denen der Boden ständig mit Wasser vollgesogen ist - sozusagen wie ein nasser Schwamm. Deswegen können dort nur ganz bestimmte Pflanzen und Tiere leben. Für die weltweite Artenvielfalt ist das ein Gewinn. Abgestorbenes Material kann im Moor durch die niedrige Sauerstoffsättigung gar nicht oder nur unvollständig abgebaut werden - dann entsteht der wichtige Rohstoff Torf. Eine organische, wertvolle braune Masse. Das einzigartige Moor-Milieu mit Torf und allem drum und dran ist vor allem aber auch ein unfassbar großer und natürlicher CO2-Speicher! Und damit ein Klimaheld.

Immer weniger Moore in Deutschland

Die weltweiten Moore sind aus dem Ende der Eiszeit entstanden, indem die Eismassen geschmolzen sind. So haben sich in allen Teilen der Welt Moorgebiete entwickelt, die jeweils sehr einzigartig sind. In Deutschland gab es rund 1,5 Millionen Hektar Moorfläche, also ungefähr zwei Millionen Fußballfelder. Über 90 Prozent davon sind mittlerweile “tot”. Das heißt: bebaut, entwässert oder die Gebiete werden landwirtschaftlich/forstwirtschaftlich genutzt. Durch die Entwässerung der Moore wird CO2 freigesetzt und wichtiger Lebensraum für seltene Pflanzenarten und Tiere zerstört. Auch der hohe Torfabbau spielt eine Rolle, denn der Rohstoff ist endlich. Die meisten Moortypen hierzulande stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen. Deutschland gehört im internationalen Vergleich zu den Ländern mit den größten Moor-Zerstörungen.

Politik auf Gegenkurs: Moorschutzstrategie beschlossen

Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, sagt: “Moorschutz ist ein echter Klimaschutz-Booster”. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert deshalb die Nationale Moorschutzstrategie mit 115 Millionen Euro. Durch die geplanten Maßnahmen sollen Treibhausgase eingespart werden. Konkret: 53 Millionen Tonnen CO2. Dafür sollen die Moorgebiete zum Beispiel wieder vernässt werden. Denn ein intaktes Moor muss nass sein und auch nass bleiben. Deshalb soll es finanzielle Anreize zur freiwilligen Wiedervernässung geben. Flächenbesitzende Kommunen und Verbände - sie alle sollen an der Strategie mitwirken. Durch die Veränderungen sollen deutsche Moore im Bereich der Forst- und Landwirtschaft nachhaltiger genutzt werden, vor allem im Hinblick auf den Torfabbau. Das Ziel: Im gewerblichen Gartenbau soll der Torfeinsatz bis 2030 weitestgehend reduziert werden. Im Hobbybereich bis 2026 komplett wegfallen. So könnten nasse, gesunde Moore in Deutschland wieder mehr werden.

Willst du auch Moore retten?

Moore brauchen Wasser, Pflege und Raum. Für den Moorschutz sind Geduld und Konstanz wichtig. Das nötige Know-How haben Expert:innen, aber trotzdem kann jeder einzelne von uns helfen. Zum Beispiel mit einer Moor-Patenschaft oder indem wir Torfnutzung vermeiden. Wie? Beim Kauf von Blumenerde zum Beispiel genau hinschauen…

Quellen

NABU
Statista
BMUV
BFN
NDR
Planet Wissen

Von Tyra Webster