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Skispringer über Olympiaringen
5 min

Die Olympischen Spiele im Klimawandel: Winterspiele ohne Winter

Vom 4. bis zum 20. Februar finden in Peking die 24. Olympischen Winterspiele statt, bei denen Sportler:innen aus der ganzen Welt um Medaillen in unterschiedlichen Disziplinen kämpfen. Zu diesen Disziplinen gehören unter anderem Eiskunstlauf, Rodeln oder Skispringen. Aber ist das nicht irgendwie strange? Winterspiele, obwohl es wegen der Erderwärmung kaum noch Schnee gibt?

Wir wissen, dieser Austragungsort ist außerhalb von Peking in Yanqing und Zhangjiakou in Nordchina. Das ist ein Gebiet, wo absolute Trockenheit herrscht. Es gibt keinen Regen, keinen Schnee, nichts! - Tienchi Martin-Liao, Menschenrechtsaktivistin

Nachhaltige Spiele oder Greenwashing?

Die Organisator:innen der Winterspiele haben zwar versprochen, die Umwelt im Blick zu haben und haben extra Konzepte für grüne und saubere Spiele vorgestellt, Expert:innen halten sie aber für die unnachhaltigsten Winterspiele aller Zeiten.

Sie haben zum Beispiel kritisiert, dass zu viele Disziplinen viel zu viel Wasser verbrauchen, um stattfinden zu können. Bei anderen soll der Boden kaputt gemacht werden und bei wieder anderen entstehe zu viel CO2.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sagt trotzdem: Es sollen "grüne, offene und saubere" Winterspiele werden. Von manchen, wie von der deutschen Geografin Carmen de Jong, wird dieses Versprechen aber als Greenwashing bezeichnet. Sie sagt, die Maßnahmen reichen nicht, für den Umweltschaden, der am Ende dabei entsteht.

Für Winterspiele braucht es Schnee

Klar - für Wintersport braucht man Schnee. Bei den diesjährigen Winterspielen gibt es aber so gut wie NUR künstlichen Schnee - und das tonnenweise!

Wie viel Wasser wird jährlich in Europa für Kunstschnee verbraucht?
  • So viel ca. wie in Duisburg
  • So viel ca. wie in Frankfurt
  • So viel ca. wie in München

Das haben sich die Veranstalter:innen überlegt

Insgesamt soll das ganze Event am Ende rund 1,3 Millionen Tonnen CO2 verursachen. Der Hauptanteil soll sich aus den errichteten Wettkampfstätten und dem Verkehr zusammensetzen. Dabei rücken die chinesischen Organisator:innen die umweltfreundlichen Aspekte der Spiele in den Fokus. Zum Beispiel sollen die Leute hauptsächlich mit elektro- oder wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen zu den Sportstätten kommen und die Energie für die Wettkämpfe zu hundert Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen. Für die Produktion des ganzen Kunstschnees soll kein Grundwasser benutzt werden und alte Olympia-Bauten sollen nochmal benutzt werden. Das bezieht sich hauptsächlich auf das Olympia-Stadion, das Peking bei den letzten Winterspielen 2008 hatte neu bauen lassen. Generell hat China allerdings in den letzten Jahrzehnten alles andere als gespart, was Architektur angeht.

Nach Angaben der Initiative "Sports for Future", die sich für Nachhaltigkeit im Sport einsetzen, wird der ökologische Fußabdruck nachträglich trotz der Umweltkonzepte immernoch zu groß sein. “Sports for Future” sind der Meinung, die Organisator:innen wüssten, dass sie in Zeiten globaler Erwärmung das Thema Umweltschutz nicht ignorieren dürfen, um kein Imageproblem zu bekommen. Für die Winterspiele seien aber Teile eines Naturschutzgebietes großflächig entwaldet worden, Böden und Pflanzen wurden dabei zerstört.

Ab 2030 sollen alle Spiele umweltfreundlich sein. Das hat die IOC zur Bedingung für zukünftige Gastgeber gemacht. Sie müssen also mehr CO2 kompensieren können, als ausgestoßen wird. Allerdings sind weltweit Athlet:innen für den Profi-Sport mit dem Flugzeug unterwegs sind und allein schon das würde sich nicht ändern. Mal schauen also, wie das in Zukunft umgesetzt wird.

Findet ihr, die Welt braucht trotzdem noch so riesige Sportevents?
  • Ja, da geht's ja auch um ein soziales Miteinander
  • Nein, ist eh alles nur Geldmacherei

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🧐 Und jetzt?

  • Ihr habt natürlich selbst in der Hand, wie sehr ihr das unterstützen wollt. Und zwar indem ihr entweder den Fernseher/im Netz einschaltet oder nicht.

  • Was man aber auf jeden Fall schon mal machen könnte: Sich überlegen, dass man von den Bedingungen her den passenden Veranstaltungsort für Sportevents wählt.

  • Und generell nicht jedes mal ein neues Olympiastadion bauen lassen, sondern auf alte Spielstätten zurückgreifen.

  • Es gibt bereits Kampagnen für mehr Nachhaltigkeit, die z.B. mit Aufforstungsprojekten den ökologischen Fußabdruck, der durch Sportevents entsteht, ausgleichen wollen (wobei ein kompletter Ausgleich sehr schwierig wird).

  • Und es gibt Sportler:innen, die auf unterschiedliche Weise auf das Thema Nachhaltigkeit im Sport aufmerksam machen wollen (während sie natürlich trotzdem ihr Geld damit verdienen, wie es gerade läuft.)


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😎 Du willst noch mehr wissen?

Hier fin dest du einen Artikel von uns darüber, warum Wintersport in Zukunft generell schwierig sein wird.

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👀 Quellen

Olympics.com
Sport-Informations-Dienst
ARD Sportschau
BR
Deutschlandfunk
Spiegel.de
Sports for Future
Süddeutsche.de
Statista

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Rachel Patt
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.