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Ein umfangreiches Schriftstück wird unterschrieben
3 min

Halten wir uns überhaupt an das Pariser Klimaabkommen?

  • Das Pariser Klimaabkommen wurde 2015 auf der COP21 in Paris beschlossen.
  • Mit diesem Abkommen haben sich fast alle Länder der Welt gemeinsame Ziele zur Bekämpfung des Klimawandels gesetzt.
  • Das Hauptziel ist die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf unter +2°C bis zum Jahr 2100*.

Um dieses Ziel einzuhalten, müssen die weltweiten Emissionen bis 2030 um mindestens 30% gegenüber dem Jahr 2005 reduziert werden.

So wie wir uns momentan verhalten, liegt die Senkung eher bei
  • 7,5% der Emissionen bis 2030
  • 27,5% der Emissionen bis 2030
  • 75% der Emissionen bis 2030

*im Vergleich zu Zeiten der Industrialisierung (1850-1900)

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🧐 Und jetzt?

  • Die 196 Länder, die das Pariser Abkommen unterschrieben haben, müssen bei der COP26 ihre Strategien vorstellen, um ihren Treibhausgasausstoß zu senken (diese nennt man auch nationally determined contributions (NDCs), also national festgelegte Beiträge zum Erreichen der Klimaziele). Aber:

Nicht alle Länder haben ihre Hausaufgaben gemacht: nur 5 Unterzeichnende haben pünktlich einen Beitrag erstellt (Kanada, die EU, Frankreich, Deutschland und Südkorea).

Außerdem geht die Rechnung bisher nicht auf: Wenn wir die aktuellen Strategien weiterhin umsetzen, erreichen wir 2030 das Äquivalent von 54 Gigatonnen* CO2… Dabei müssten 39 Gigatonnen erreicht werden, um die Klimaerwärmung bei +2°C aufzuhalten, und 25 Gigatonnen für eine Klimaerwärmung von +1,5°C.

Maßnahmen zu beschließen reicht allerdings nicht, es braucht auch ausreichend Geld, um sie umzusetzen! In einem Bericht vom 4. November ruft das UNEP dazu auf, Anpassungsmaßnahmen frühzeitig zu finanzieren. Länder des globalen Südens sollten 5 bis 10 mal höhere Finanzierungsmittel bekommen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf ihre Gebiete zu kompensieren.

“Wir haben noch 8 Jahre Zeit, Pläne zu entwickeln, Maßnahmen zu ergreifen und diese dann umzusetzen.
Die Uhr tickt.”
Inger Andersen, Exekutivdirektorin des UNEP
  • Aber wie können wir die Regierungschef:innen dazu bringen, schneller zu handeln? Bürger:innen und NGOs sind schon dabei, Staaten immer wieder vor Gericht zu bringen, in dem sie deren Untätigkeit in der Klimakrise anprangern. 2015 wurden die Niederlande beispielsweise für ihre schlechte Klimapolitik verurteilt.
  • Die COP26 ist jetzt eine super Gelegenheit, dich zu informieren und den Verantwortlichen zu zeigen, dass es um unsere Zukunft geht. Die Message ist nämlich immer noch nicht ganz angekommen.

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🔍 Was bedeutet...

Gigatonne: Masseneinheit, entspricht 1 Milliarde Tonnen

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👀 Quellen

COP26
UNEP
Urgenda

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Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro