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Wissenschaftlerin mit Reagenzglas in der Hand vor wissenschaftlichen Formeln
5 min

Frauen in der Wissenschaft

Der 11.02., ist der internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Damit soll ihre Rolle in der Wissenschaft und Technik sichtbarer und gewürdigt werden. Denn: Frauen immer noch unterrepräsentiert!

Männer dominieren: auch in der Wissenschaft

Laut der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation) waren 2016 weltweit knapp 1/3 der Wissenschaftler:innen Frauen, dabei ist die Hälfte der Weltbevölkerung weiblich.

Wie viele der Forscher:innen in Deutschland sind Frauen?
  • 20%
  • 30%
  • 40%

Auch Forschungsinstitute werden auf der ganzen Welt meistens von Männern geleitet, sie verdienen durchschnittlich mehr und viele sehr qualifizierte Wissenschaftlerinnen werden nicht in Führungspositionen eingesetzt.

Frauen sind Datenlücken in der Wissenschaft


Damit nicht genug. Frauen sind nicht nur in der Forschung unterrepräsentiert. Auch Daten über sie kommen in der Wissenschaft zu wenig vor. Der britischen Autorin Caroline Criado-Perez kommt es so vor, als ob eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert.

Wissenschaft ist sozusagen von Männern für Männer gemacht: Die Daten, die zu allen möglichen Forschungsbereichen gesammelt und ausgewertet werden, sind fast immer und überall Daten über Männer. Wenn zum Beispiel ein neues Medikament auf den Markt kommt, wurde es vorher höchst wahrscheinlich an einem Mann getestet und nicht an einer Frau. Bei der Dosierung kann das sogar lebensgefährlich werden. Es gibt viele weitere Beispiele aus unterschiedlichsten Bereichen, zum Beispiel bei der Entwicklung von Musikinstrumenten oder von Handys.

Frauen sind Vorreiterinnen für den Umweltschutz


Frauen werden also in der Wissenschaft unterschätzt. Und das, obwohl sie sich zum Beispiel an vorderster Front gegen den Klimawandel engagieren! Dabei sind Männer insgesamt eigentlich die größeren Verursacher.

Frauen haben auch in der Vergangenheit bereits einiges geleistet und die Forschung in verschiedensten Bereichen vorangetrieben. Auf unserem Insta-Account stellen wir die 7 Wissenschaftlerinnen vor, die auf verschiedene Weisen dazu beigetragen haben, die Umwelt zu schützen und den Umweltschutz gleichzeitig vorangebracht haben. Hier lernst du schon mal drei dieser schlauen Frauen kennen.

Rachel Carson

1962 klärt die amerikanische Meeresbiologin in ihrem Buch "Silent Spring" über die schädliche Wirkung von Pestiziden für die Biodiversität auf. Es ist revolutionär: Das Buch verkaufte sich über 2 Millionen mal und sorgte für das Verbot von DDT (einem Insektizid) in den USA.

Wangari Maathai

Biologin und Tierärztin aus Kenia, die 1977 die NGO “The Green Belt Movement” (= Die Grüngürtel-Bewegung) gründete. Diese soll kenianische Frauen motivieren, sich gegen Entwaldung einzusetzen und Bäume zu pflanzen… Sehr viele Bäume (über 50 Millionen seit Gründung der Organisation!). 2004 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Anita Conti

Die französische Meeresforscherin ist die erste Frau, die bei einer wissenschaftlichen Expedition auf See mitfährt. Was den Umweltschutz betrifft, ist sie Pionierin: Sie prangert (seit den 30er Jahren!) die Erwärmung der Ozeane, die Auswirkungen der industriellen Fischerei und die übermäßige Ausbeutung maritimer Ressourcen an.

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🧐 Und jetzt?

An alle Frauen: Zögert nicht, wenn ihr Bock habt, geht in die Wissenschaft.

Achtet auf eure Sprache. Denn: Wie wir sprechen, bewirkt auch wie wir denken. Wir sprechen meist von Wissenschaftlern in der männlichen Person, was uns automatisch denken lässt, Wissenschaftler wären immer Männer. Daher wählen tendenziell auch mehr Männer diesen Beruf.

Und: besser über Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sprechen oder über Wissenschaftler:innen, um die Existenz von Frauen in der Wissenschaft deutlich zu machen.

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😎 Du willst noch mehr wissen?

  • Einen Artikel von uns dazu, warum Frauen tendenziell stärker vom Klimawandel betroffen sind, findest du hier.

  • Einen Artikel von uns dazu, warum Männer aber die sind, die stärker für den Klimawandel verantwortlich sind, findest du hier.


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👀 Quellen

UNESCO
Statistisches Bundesamt
Quarks.de
BUND
Caroline Criado-Perez: „Unsichtbare Frauen“, aus dem Englischen von Stephanie Singh, btb-Verlag.

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Rachel Patt
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.