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Eisbär, der in die Ferne schaut
3 min

Der Klimawandel existiert auch, wenn es draußen Minusgrade hat

“Und du bist sicher, dass es den Klimawandel gibt? Nur mal so: Heute sind es -10°C in Berlin.”

Ein kühler Sommer oder ein echt kalter Winter und es geht wieder los: Klimawandelleugner:innen packen ihre Sprüche aus und vielleicht stellen auch manche eurer Freunde (oder du selbst?) den Klimawandel in Frage.

Ums nochmal ganz deutlich zu sagen: Der Klimawandel ist keine Meinung, sondern ein wissenschaftlicher Fakt. Es ergibt also keinen Sinn ihn zu leugnen.
Jetzt geben wir euch ein paar Tipps um Zweifler:innen zu erklären, warum man zurecht von “Erwärmung” spricht, obwohl es im Winter noch sehr, sehr kalt wird.

Argument Nr. 1 : Wetter und Klima sind nicht das gleiche.

Wettervorhersagen sagen dir, ob es morgen oder übermorgen sonnig wird oder ob es regnet. Wissenschaftler:innen aber schauen sich das Klima für sehr lange Zeiträume an (also Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte).

Warum? Weil sie dann außergewöhnliche Wetterereignisse von dauerhaften Trends unterscheiden können.

Schauen wir uns mal den letzten Januar an: 2021 war er im Durchschnitt kälter (4,9°C) als 2020 (7,1°C).

Ist der Januar heißer oder kälter geworden im letzten Jahrhundert?
  • Kälter
  • Heißer

Argument Nr 2: Es wird auch in Zukunft kalt im Winter.

Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns 2100 in Westeuropa erwartet:

Die Durchschnittstemperaturen werden höher sein, als heute und wir werden mehr unter Hitzewellen leiden. Also feiern wir Weihnachten bald am Strand?! Nicht unbedingt...

Kältewellen werden wahrscheinlich seltener, aber sie verschwinden nicht.
Météo France, der französische Wetterdienst, hat mehrere Szenarien entwickelt um vorherzusagen, wie unsere Winter in einigen Jahren aussehen werden. Sorry Spoiler...

  • Im Flachland: 20 bis 40 Tage Frost im Jahr 2100 im Vergleich zu 20 bis 60 Tagen Frost im Jahr bei normalen Temperaturen*
  • In den Bergen: 60 Tage Frost im Jahr 2100 im Vergleich zu 100 Tagen Frost pro Jahr bei normalen Temperaturen*

*Daten von 1976-2005

Argument Nr. 3 : Der Klimawandel führt auch zu sehr kalten Temperaturen.

Das habt ihr nicht kommen sehen, oder? Das Wetter in Europa und Nordamerika wirkt stark von Luftströmungen beeinflusst die Jetstream heissen. Dank ihnen strömt kalte Polarluft in der Regel nicht zu uns.

Das Problem ist aber: der Klimawandel verändert “unseren” Jetstream. Er “verknäult” die Ströme... und kann damit weniger die Polarluft am Nordpol kontrollieren.

Das hat zur Folge, dass wir (besonders USA und Nordamerika) uns sehr wahrscheinlich auf extreme Kältewellen einstellen müssen.

Habt ihr schon mal Klimawandelleugner:innen in eurem Umfeld erlebt?
  • Ja, aber sie haben danach über ihre Ansichten nachgedacht.
  • Ja, aber diskutieren ist da oft schwierig...
  • Nein, aber ich fühle mich gewappnet ihnen zu antworten!

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👀 Quellen

DRIAS
IPCC
Météo France
Nature
Deutscher Wetterdienst
Umweltbundesamt

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Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro