Startseite
Durchgestrichene Plastikprodukte: Wasserflasche, Einweg-Lunchbox, Seifenbehälter
3 min

Eine Woche ohne Plastik - ich habe den Test gemacht (und es war nicht einfach..)

Erstmal die Basics: Was ist Plastik eigentlich?
  • Ein Material
  • Etwas, das die Umwelt verschmutzt
  • Ein Begriff für verschiedene Kunststoffe

Heutzutage findet man Plastik wirklich überall: In Verpackungen, Handys, Kosmetikprodukten, Autos, Masken… Und sogar im menschlichen Blut ist Mikroplastik nachgewiesen worden!

Am 1.7. beginnt der “Plastikfreie Juli”, und zur Vorbereitung habe ich ausprobiert, wie es ist, eine ganze Woche lang kein Plastik zu kaufen. Spoileralarm: Es war gar nicht so einfach.

Tag 1 ohne Plastik: Die Ruhe vor dem Sturm

Meine Challenge-Woche beginnt an einem Sonntag. Ich fange aber nicht ganz bei null an: Ich benutze seit langem keine Plastikflaschen mehr (diese habe ich durch Leitungswasser und etwas Aktivkohle für den Geschmack ersetzt), ich kaufe regelmäßig unverpackt ein und benutze festes Shampoo und Duschgel.

Allerdings werde ich mit meinem Vorhaben etwas allein gelassen. Denn die Person, mit der ich zusammenlebe, möchte bei meinem kleinen Projekt nicht mitmachen, da es für sie zu viel Verzicht (vor allem auf ihre hochheilige Cola) bedeutet. Ich konnte sie leider nicht überzeugen, denn so viel steht fest: Wer ohne Plastik leben möchte, muss heutzutage auf vieles verzichten.

Tag 2 ohne Plastik: Es geht noch

  • Mein Frühstück: Müsli und Kaffee (aus meiner French Press), beides habe ich unverpackt gekauft.

  • Mein Mittagessen: Ich habe mega Lust auf Sushi, aber keine Chance die mitzunehmen, da alle Verpackungen aus Plastik sind. Ich konnte meine Kolleg:innen dazu überreden, unser Sushi vor Ort zu essen.

  • Für mein Abendessen plane ich einen großen Sommersalat. Dafür kaufe ich unverpackten Reis und frisches Gemüse vom Gemüseladen um die Ecke, das ich entweder direkt in meinem Rucksack oder in Papiertüten transportiere. Beim Nachtisch muss ich das erste Mal verzichten: Die frischen Himbeeren, die ich kaufen wollte, lagen in Plastikschalen, und ich habe mich nicht getraut, sie lose mitzunehmen…

Tag 3 ohne Plastik: Gewohnheiten durchbrechen

Ich bringe einen Behälter zum Mittagessen mit, weil ich diesmal nicht vor Ort essen kann und es keine plastikfreien Alternativen gibt. Und das ist oft so: 58% aller Produktverpackungen sind aus Plastik!

Dennoch ist es oft möglich, Essen mitzunehmen, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Am Abend habe ich mega Hunger und keine Lust zu kochen. Also laufe ich mit meinen Essensboxen zu einem chinesischem Feinkostgeschäft. Die wiegen fast nichts und es dauert keine 15 Sekunden, den Restaurantmitarbeiter:innen die Sache zu erklären… Und so verlasse ich den Laden mit einer Box voll Reis und einer weiteren voll leckerer Teigtaschen - ganz ohne Plastikbehälter!

Tag 4 ohne Plastik: Es wird schwierig/ chaotisch

Diesmal habe ich keine Zeit für den Unverpacktladen und die Reste meines Salats reichen nicht fürs Mittagessen. Ich muss in den Supermarkt - und es wird schwierig.

Ich suche nach Produkten, die in Papier statt Plastik eingepackt sind, aber davon gibt es nicht viele. Und auch die, die außen mit Papier beschichtet sind, können eine innere Plastikschicht haben…

Nach meiner Erfahrung waren trockene Lebensmittel (Nudeln, Reis, etc.) leichter ohne Plastik zu finden, als frische oder flüssige Produkte. Außerdem wähle ich Glas- und Metallverpackungen.

Tag 5 ohne Plastik: Leichte Katastrophe

Es wird langsam anstrengend, nicht alles essen/kaufen zu können, was ich möchte, nur, weil die Verpackung Plastik beinhaltet.

Zum Glück verändern sich die Dinge (langsam): Seit Sommer 2021 ist der Verkauf bestimmter Einwegprodukte aus Plastik (wie Strohhalme, Einwegbecher und Wattestäbchen) laut europäischem Gesetz verboten.

Heute Abend hole ich (wieder) etwas zu essen nach Hause. Nach einer kurzen Analyse meiner #plasticfree-Optionen, bleibt nur noch Pizza! Der Trick ist, dazuzusagen, dass man keine Minisoßen möchte (es lohnt sich meistens, in eine Flasche Chiliöl zu investieren).

Tag 6 ohne Plastik: Meine Resignation

Ich warte so ungeduldig auf das Ende der Challenge wie auf die vierte Staffel von Stranger Things…

Tag 7 ohne Plastik: Meine Bilanz

Was habe ich nach einer Woche ohne Plastik gelernt?

  • Mein Plastikmüll ist fast leer, aber Papier, Glas und Metall explodieren fast. Auf Plastik verzichten ≠ keinen Müll mehr produzieren.

  • Das Schwierigste für mich war zu erahnen, ob nicht doch Plastik in der Verpackung ist: Woher soll man wissen, ob der Karton innen mit einer Folie beschichtet ist? Auf jeden Fall ist die richtige Mülltrennung super wichtig!

  • Selber kochen geht natürlich auch sehr gut ohne Plastikverpackungen, doch es dauert oft länger: Man kauft mehr rohe, unverarbeitete Lebensmittel ein, die dann noch zubereitet werden müssen. Es ist auch schwieriger zu improvisieren: Auf dem Heimweg etwas beim Supermarkt holen, das schnell geht - gar nicht so einfach.

Mehr über Plastik im Alltag und wie allgegenwärtig es dort ist erfährst du in unserem Artikel

····················

author image
Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro