Die Erdkugel enthält eine Kerze. Eine Hand berührt die Flamme fast.
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3 wichtige Strategien gegen den Klimawandel

Klimawandel, schonmal gehört?
  • Nach den Hitzewellen diesen Sommer, ja
  • Schon lange im Thema...
  • Klima-was?

Wie du dir vorstellen kannst, zerbrechen sich Regierungen, Wissenschaftler:innen und Umweltorganisationen bei all diesen Umweltveränderungen den Kopf darüber, wie sie weltweit Strategien entwickeln können, um den Schaden bis 2050 zu begrenzen. In den Diskussionen tauchen immer wieder drei Methoden auf:

  • Mitigation
  • Adaption
  • Loss and Damage (Verluste und Schäden)

Das sagt dir erstmal nichts? Keine Sorge, wir erklären hier alles im Detail!

Mitigation - Den Klimawandel abmildern

Bei der Mitigation geht es darum, die Klimaerwärmung zu begrenzen (weil die Auswirkungen nicht besonders lustig sind).

Deshalb: Das Ziel des Pariser Abkommens ist, die Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf +1,5°C (max. +2°C) zu begrenzen #goodluck. Der IPCC und seine berühmten Berichte haben mehrere Lösungen entwickelt:

  • Alle fossilen Energieträger (Kohle, Gas, Öl), die Treibhausgase ausstoßen, durch erneuerbare Energien (Wind, Sonne, Biomasse usw.) ersetzen.

  • Recycling und Kreislaufwirtschaft fördern (vor allem in der Industrie, da es dort am dringlichsten ist).

  • Umweltschädliche Verkehrsmittel gegen alternative Mobilität austauschenWeniger fliegen, mehr zu Fuß gehen, Fahrrad, Zug, Elektrofahrzeuge bevorzugen und mehr Home Office machen, um weniger unterwegs zu sein.

  • Die Agrarpolitik ändern → Wenn wir die aktuelle Menge an Viehzucht reduzieren, steht mehr Fläche zur Verfügung, um Ökosysteme wiederherzustellen zu schützen, die natürliche Kohlenstoffspeicher sind (Wälder, Savannen, Moore usw.), und so Kohlenstoff in großen Mengen zu binden!

  • Und noch viele weitere (mehr dazu findest du hier).
"Mitigation" soll also...
  • Den weltweiten Treibhausgasausstoß zu verringern.
  • Unsere Zukunft auf dem Planeten Mars vorzubereiten.
  • Alles beim Alten zu lassen.

Aber all das reicht nicht aus, um unser großes Problem zu lösen! Es gibt noch zwei weitere superwichtige Säulen.

Adaption - Sich an den Klimawandel anpassen

Der Klimawandel ist bereits da: Laut einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) war die Durchschnittstemperatur zwischen 2015 und 2019 um 1,1°C höher als zwischen 1850 und 1900.

Und du kannst es dir denken: auch die Folgen wurden mehr.

Als da wären…
  • Extreme klimatische Ereignisse
  • Dürren und Überschwemmungen
  • Migrationsbewegungen von Tieren
  • Veränderungen in Pflanzen- und Nahrungskreisläufen

→ Wir müssen den Klimawandel nicht nur bremsen, sondern uns auch an ihn anpassen. Und das muss sowohl auf individueller als auch auf kollektiver Ebene geschehen, in allen Bereichen.

Du kannst du dir nicht so recht vorstellen, wie das aussehen könnte? Ein paar Beispiele:

  • In den Städten: Entsiegelung der Böden (Beton wird entfernt, damit der Boden wieder durchlässig für Regen-/Hochwasser ist), Begrünung, Regenwassermanagement, alternative Materialien für den Städtebau...

  • Gegen den Anstieg des Meeresspiegels: Gefährdete Gebiete nicht mehr bebauen, Deiche errichten, Ökosysteme* wie Mangroven* als Barriere wiederherstellen...

  • Gegen die Dürre: Technologien zur Bewässerung/ Rückhaltebecken einsetzen, um die Bevölkerung weiterhin mit Wasser zu versorgen.

  • In der Landwirtschaft: Früher säen, frühe Sorten wählen, Zusatzbewässerung (wenn genug Wasser vorhanden ist), Agroforstwirtschaft*...

  • Und bei dir zu Hause? Bessere Gebäudeisolierung, Entsiegelung und Begrünung, Fensterläden und Sonnenschutz... alles, um Energie zu sparen und/oder sich vor großer Hitze zu schützen!

Da diese Anpassungen teuer sind, wurde ein Fonds zur Adaption an den Klimawandel eingerichtet, um den am stärksten gefährdeten Ländern zu helfen → eigentlich haben sich einige Länder verpflichtet, zwischen 2019 und 2025 jährlich 100 Milliarden Dollar in diesen Fonds einzuzahlen, bislang sind die versprochenen Summen jedoch nicht komplett gezahlt worden!

Loss and Damage - Verluste und Schäden durch den Klimawandel

Ok du hast verstanden, dass man den Klimawandel abschwächen und sich an ihn anpassen muss... Aber trotz allen guten Willens wird es in Zukunft dennoch einige Schäden durch den Klimawandel geben (vor allem, wenn die Menschheit nicht bald anfängt, zu handeln). Diese fast unvermeidbaren Schäden werden als "Loss and Damage" bezeichnet.

Das können sehr verschiedene Dinge sein, wie z. B:

  • Sich langsam entwicklende Ereignisse, wie der Anstieg des Meeresspiegels.

  • Wirtschaftliche Verluste aufgrund von Klimakatastrophen (z.B. Zerstörte Gegenstände, Häuser, etc., die ersetzt werden müssen)...

  • Auch nichtwirtschaftliche Verluste: Todesfälle, Gesundheitliche Schäden, Verlust der Artenvielfalt, klimabedingte Migrationsbewegungen, das Verschwinden von Kulturen, Sprachen oder Wissen, weil Völker gezwungen sind, ihr Land zu verlassen (z. B. kleine Inselstaaten*, die vom steigenden Meeresspiegel bedroht sind)...

Das war jetzt ein bisschen deprimierend… kommen wir schnell zu den Lösungen!

Was gibt es heute, um diese Verluste und Schäden zu bewältigen?
  • Der Internationale Warschau-Mechanismus
  • Das Santiago-Netzwerk
  • Der Tourcoing-Prozess

Aber auf der Ebene der internationalen Gemeinschaft bewegt sich bisher nicht viel...

Denn: Das Hauptthema der Loss and Damage ist, dass die reichen Länder, die historisch gesehen für den Klimawandel verantwortlich sind, mit den am stärksten betroffenen Ländern, von denen viele arme Länder sind, solidarisch sein sollten (und ihnen daher Geld geben sollten, um die Schäden zu beheben).

Doch die Regierungen sind offenbar nicht allzu sehr davon begeistert, das Geld dafür in die Hand zu nehmen: Auf der COP26 ist außer Deutschland, Schottland und der belgischen Region Wallonien - die 10 Millionen Euro an zweckgebundener Finanzierung für Loss and Damage angekündigt haben - kein einziger Staat der Verpflichtung nachgegangen! Ihr Hauptargument ist, dass es ausreiche, Geld für die Adaption an den Klimawandel (über den bereits erwähnten Anpassungsfonds) bereitzustellen... Aber wie in diesem Artikel erläutert, sind Anpassung und Verluste/Schäden nicht wirklich Ein und Dasselbe!

Trotz allem wurde das Thema bei der COP26 ziemlich in den Vordergrund gerückt. Es bleibt abzuwarten, ob die gemeinsame Finanzierung dafür bei der COP27, die im November 2022 stattfinden soll, realisiert wird.

Glaubst du, dass das was wird?
  • Joa
  • Hmm
  • Nein
Werden neue Technologien uns im Kampf gegen den Klimawandel retten?

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🔍 Was bedeutet…

Mangrove: Ein Baum, der in Schlamm und Salzwasser wachsen → Ein Mangrovenwald ist ein echtes Unterwasserparadies, er beherbergt viel Biodiversität und ist eine echte Kohlenstoffsenke!

Kleine Inselentwicklungsländer: Eine Gruppe von Ländern, deren Territorien kleine Inseln sind, die oft auf Meereshöhe liegen, was oft bedeutet, dass sie vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind. Sie teilen auch weitere Merkmale.

Ökosystem: Eine Gruppe von Lebewesen, die sich innerhalb desselben Milieus entwickeln und innerhalb desselben Milieus miteinander interagieren.

Agroforstwirtschaft: Eine Form der landwirtschaftlichen Nutzung, bei der Bäume, Feldfrüchte und/oder Viehzucht miteinander kombiniert werden, um Produkte zu erzeugen, die für den Menschen nützlich sind, und gleichzeitig den Boden zu schützen.

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👀 Quellen

ADEME
GIEC
UNFCCC
Réseau Action Climat
OXFAM
Mediapart
WMO

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Esther Meunier
À la recherche de bonnes nouvelles
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Nicolas Quénard
The Lizard King