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Den ganzen Müll auf meinem Weg aufsammeln… ich hab’s getestet

Unsere liebe Kollegin von NOWU Frankreich ist ein Wochenende lang NICHT am Müll im Park oder am Straßenrand vorbeigelaufen, sondern hat alles eingesammelt, was ihr in der Zeit im Weg lag. Scrollt weiter, wenn ihr wissen wollt, wie es ihr ergangen ist!

Wie viel Müll ließ ein:e Französ:in 2020 durchschnittlich liegen?
  • 15 Gramm
  • 15 Kilogramm
  • 15 Tonnen

Warum habe ich es ausprobiert?

1 Million Tonnen Müll, die jedes Jahr in Frankreich in die Natur geworfen werden, fand ich eine RIESIGE Menge - das konnte ich nicht glauben. Und das, obwohl ich in Paris lebe (denn die Hauptstadt ist unter Französ:innen leider eher für Dreck und Gestank bekannt als für Romantik und Glamour). Also beschloss ich, mich dieser Herausforderung zu stellen, um mit eigenen Augen zu sehen, ob unsere Umwelt wirklich so stark durch Müll verschmutzt ist oder nicht.

Ich wurde nicht enttäuscht.

Meine Vorgehensweise: Während ich am Wochenende 15. und 16. Oktober zu Fuß unterwegs war, sammelte ich mit einem Müllsack und Handschuhen allen Müll ein, der auf meiner Route lag. Und ein kleiner Hinweis: Ich habe wirklich nur die Sachen gesammelt, die direkt vor meiner Nase lagen, denn wenn ich angefangen hätte, den Wegesrand oder Rinnsteine abzusuchen, wäre ich heute noch dort.

10 Dinge, die du aus dieser Challenge mitnehmen kannst

  1. Lösen wir es auf: Ich habe auf meinen 3 Kilometern, die ich am Wochenende zu Fuß zurückgelegt habe, 1 Kilo Müll gesammelt.

  2. Das ergibt also einen Durchschnitt von 3 Gramm Müll, den ich pro Meter gefunden habe (vom Gewicht her sind das etwa 5 Zigarettenstummel).

  3. Ich habe keine genaue Statistik erstellt, da ich meine Nase nicht unbedingt wieder in den Müllsack stecken möchte, um alles zu sortieren, aber das sind die Top 3 Abfälle, die ich am meisten gesammelt habe:

    - Zigarettenstummel (wirklich nicht so toll, wenn man bedenkt, welche Auswirkungen ein einziger Zigarettenstummel auf die Umwelt hat).

    - U-Bahn-Fahrkarten (Brauchen wir wirklich noch Einwegfahrkarten? )

    - Taschentuchpäckchen (der Überraschungsgast an diesem Sammelwochenende, weit vor Masken oder Zigarettenschachteln).

  4. Muskelkater in den Oberschenkeln + Rückenschmerzen, weil ich mich alle paar Meter bücken musste, um etwas aufzuheben.

  5. Viele faszinierte Blicke von Leuten, die offensichtlich nicht verstanden, warum ich einen Müllsack mit mir herumschleppe. Es gab auch Leute, die angeekelt waren, und einige, die sich über mich lustig machten (nichts für ungut).

  6. Es gab Reaktionen wie “Ähm, was machen Sie da?”, aber auch aufmunternde Worte wie “Bravo!” oder “Wir haben heute morgen auch Müll gesammelt!” von zwei lieben älteren Damen. Schon sweet, die Leute.

  7. Entmutigung (und ein bisschen Wut), wenn der Müll direkt neben einer Mülltonne lag.

  8. Mir ist klar geworden, wie viel Müll tatsächlich herumliegt. Ich dachte eigentlich, dass mein Viertel ziemlich sauber ist, aber die Abfälle liegen ja wirklich überall: Auf dem Bürgersteig, auf der Straße, in den Büschen… Ich hatte mich so sehr daran gewöhnt, dass ich den ganzen Müll gar nicht mehr gesehen habe. Probiere es selbst aus: Zähl doch mal die Abfälle, die auf deinen alltäglichen Wegen herumliegen, du wirst erstaunt sein, wie viel wir übersehen! Bonuspunkte für diejenigen, die ihn auch noch aufsammeln :)

  9. Großen Respekt und Dankbarkeit für Mitarbeiter*innen der Straßenreinigung oder in anderen Berufen, die unsere Lebensräume sauber halten.

    Also, bitte werft euren Müll nicht in die Gegend - das muss nachher alles wieder aufgesammelt werden.

  10. Aufreger des Wochenendes: Eine Frau, die ihre Kippe vor meine Füße geschmissen hat (wenn du das hier liest, ja, ich judge dich).

Green Banking: Nicht alle Banken sind nachhaltig und klimafreundlich!

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Quellen

Ministère de la Transition Écologique
Le Parisien

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Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro