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Euro-Münzen schweben zwischen zwei Händen. Im Hintergrund eine dunkelblaue Kugel
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COP26: Die Weltklimakonferenz ist vorbei. Wie geht's jetzt weiter?

Nach 2 Wochen Verhandlungen hat die Weltklimakonferenz am 13. November geendet (mit welchem Ergebnis? Hier ziehen wir Bilanz).

Neue Deadlines für die Staaten

COP26 war eine etwas besondere Klimakonferenz → Die Länder, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben, mussten zum ersten Mal ihre Nationally Determined Contributions (NDCs) vorstellen = nationale Strategien, um ihren Treibhausgasausstoß zu reduzieren.

Die wichtigsten Aufgaben

To do bis Ende 2022

Die aktuellen NDCs überarbeiten

Die Staaten haben dieses Jahr ihre ersten Beiträge zur Emissionssenkung eingereicht. Das Problem ist, dass sie nicht ausreichen.

Die geplanten Maßnahmen machen eine Begrenzung der Erwärmung bei +2,4°C möglich. Das Pariser Abkommen sieht aber eigentlich ein Limit bei unter +2°C vor, und wenn möglich sogar bei +1,5°C. Die Staaten müssen ihre Pläne also schnellstmöglich überarbeiten.

To do in 2025

Die nächsten NDCs vorbereiten

Die Staaten müssen ihre Beiträge alle 5 Jahre nachbessern und jedes Mal anspruchsvollere Ziele verfolgen.

To do asap

Die versprochenen Finanzhilfen auszahlen

Das Pariser Abkommen sieht vor, dass die Industrieländer eine sogenannte Klimafinanzierung bereitstellen, um den weniger geschützten Ländern dabei zu helfen, sich gegen den Klimawandel wappnen.

Zwischen 2019 und 2025 sollten 100 Milliarden Dollars pro Jahr fließen. Doch die versprochene Summe ist nicht komplett überwiesen worden, weder 2019, noch 2020!

Die Staaten, die das betrifft, haben den Auftrag, ihre Versprechen also dringend einzuhalten und sogar noch mehr zu tun: Auf der COP26 wurde nämlich jetzt beschlossen, dass die internationalen Finanzhilfen an die noch höheren Folgen der globalen Erwärmung angepasst werden und bis 2025 40 Milliarden Dollar mehr bezahlt werden müssen.

To do bis 2024

Die nationalen Emissionslevel veröffentlichen

Alle Staaten müssen die Daten zu ihren nationalen Treibhausgasausstößen freigeben, damit man eine Grundlage hat, um die Emissionswerte zu vergleichen.

To do in 2023

Bewerten, was bisher schon getan wurde

Die Vertragsstaaten werden bald einschätzen müssen, wie weit das Pariser Klimaabkommen schon realisiert wurde und welche Fortschritte noch gemacht werden müssen, um es einzuhalten. (Hier kannst du lesen, inwiefern sich bisher dran gehalten wurde.)

Bonus-Aufgaben

To do in 2022

Bei der COP26 haben einige Länder weitere Vereinbarungen unterschrieben (zum Methanausstoß, zur Waldrodung, zur Kohle und zum Autoverkehr). Sie sind dazu verpflichtet, ihre konkreten Pläne bei der nächsten COP vorzustellen.

To do in 2022

Der vereinbarte Pakt der COP26 plant einen “Dialog” zwischen den Staaten und verschiedenen Akteuren, um über die aktuellen und zukünftigen Schäden durch den Klimawandel zu sprechen.

To do bis Ende 2022

China und die USA haben einen überraschenden Beschluss während der COP26 veröffentlicht, der ihren Einsatz zur Einhaltung der Klimaziele bestätigt. Außerdem planen sie neue Maßnahmen, die ihre Methanemissionen vor der nächsten COP senken sollen!

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🧐 Du willst noch mehr wissen?

Ganz schön viel zu verfolgen… Wie gehen wir denn sicher, dass alle ihre Versprechen halten?

Das Pariser Abkommen und der Pakt von Glasgow sehen keine “Polizei” vor, die sicher geht, dass die Vertragsstaaten ihre Einsätze einhalten. Die anderen Länder und wir Menschen können da eine wichtige Rolle spielen, und zwar durch eine Art Gruppenzwang*. Gleich nachdem die COP26 beendet war, haben Organisationen und Umweltaktivist:innen bestätigt, dass sie sich weiterhin mobilisieren und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werden.

Eine andere Lösung wäre die Bildung eines unabhängigen Kontrollorgans. Ein gutes Beispiel ist das zukünftige Expertengremium gegen Greenwashing*, dass die UN einsetzen möchte, um zu gucken, ob Unternehmen und Banken ihre Umwmeltversprechen auch einhalten.

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🔍 Was bedeutet...

Greenwashing: Eine Firma oder eine Regierung sagt, dass ihre Produkte oder ihre Unternehmenspolitik gut für die Umwelt sind, obwohl das nicht (oder kaum) stimmt. Oder sie behaupten, bestimmte umweltfreundliche Veränderungen durchzuführen, diese aber kaum oder gar nicht realisieren. Wenn dich dieses Thema interessiert, hier unser Artikel dazu!

Gruppenzwang: Druck, der durch eine oder mehrere soziale Gruppe:n ausgeübt wird, um bestimmte Handlungen zu bewirken.

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👀 Quellen

Außenministerium der Vereinigten Staaten
Climate Action Tracker
Nature
Glasgow-Klimapakt
The Time
The Guardian
UNFCCC

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Pauline Vallée
Nachbarin von Totoro