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Bitcoin, NFT, Kryptowährungen… Welchen Impact haben sie auf’s Klima?

Wie viele Kryptowährungen gibt es derzeit auf der Welt?
  • Etwa 3.000
  • Etwa 6.000
  • Etwa 8.000

Was sind Kryptowährungen?

Um das Ganze etwas einfacher zu erklären, konzentrieren wir uns auf DEN Star unter den Kryptowährungen: den Bitcoin → Im Grunde ist es ein Zahlungssystem, das auf "Peer-to-Peer" basiert, was den direkten Austausch zwischen zwei Computern ermöglicht, ohne dass ein zentraler Server (eine Bank, PayPal, Visa...) zwischengeschaltet werden muss.

Soweit verstanden? Gut. Um Bitcoin zu verwenden, muss man eine Software herunterladen, die einen "Knotenpunkt" im Netzwerk darstellt. Jede Transaktion muss von allen Knotenpunkten bestätigt werden, bevor sie in einem "Block" gespeichert wird, der für alle Nutzer:innen einsehbar ist. Zusammen bilden diese Blöcke die "Blockchain", die eine Art fälschungssicheres Register für alle Bitcoin-Transaktionen ist.

Und noch etwas: Manche Leute tun etwas für die Plattform, indem sie dafür sorgen, dass die Blockchain funktioniert, und indem sie neue Blocks (also neue Bitcoins) erzeugen. Das bezeichnet man im Fachjargon als "Mining" und sie werden dafür mit Bitcoins entlohnt. Für das Mining benötigen sie aber ultra leistungsfähige Rechner, die jede Menge Strom verbrauchen!

Die Konsequenz:

Der jährliche Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks entspricht...
  • Dem von Kenia
  • Dem der Vereinigten Arabischen Emirate
  • Dem von Mexiko

Warum sind Kryptowährungen so schlecht für’s Klima?

Bleiben wir beim Beispiel des bekannten Bitcoins: Er ist aus zwei Gründen klimaschädlich.

Das Mining

Wie oben erklärt, liegt es vor allem am Mining von Bitcoins. Dieser Vorgang erfordert eine hohe Rechenleistung (d. h. sehr viele Operationen pro Sekunde) und daher viel Strom (wie wir im Quiz eben gesehen haben).

Es gibt auch Leute, die der Meinung sind, dass Bitcoins gar nicht so schlimm seien, wie man denkt, und dass man das relativieren sollte. Zum Beispiel:

  • Alexandre Stachtchenko, Mitbegründer von Blockchain Partner (Frankreichs führendem Kryptoanbieter), erklärte dem Medienunternehmen The Good Goods, dass das Mining von Bitcoins gar nicht so energieintensiv sei und dass "ein einziger Wasserdamm auf der Welt ausreichen würde, um das gesamte Bitcoin-System mit Energie zu versorgen."

    Anm. d. Redaktion.: Das ist zugleich wahr und falsch. Der größte Wasserkraftdamm der Welt (die 3-Schluchten-Talsperre in China) produziert 98 Terrawattstunden (TWh) pro Jahr. Die vom Bitcoin-Netzwerk verbrauchte Energie beträgt 127 TWh/Jahr, also bräuchte es nicht irgendeinen Staudamm. Doch die ganz großen könnten tatsächlich einen großen Teil des Strombedarfs dieser Kryptowährung decken.


  • Philippe Herlin, Ökonom und Spezialist für Währungsfragen gab seinerseits gegenüber FranceInfo bekannt, dass der "Bitcoin zu mehr als 80% erneuerbare Energien nutzt und dazu beiträgt, diese rentabel zu machen."

Doch selbst wenn der von Bitcoin verwendete Strom aus erneuerbaren Energien stammen würde, wäre der hohe Energieverbrauch (der für andere Dinge genutzt werden könnte) immer noch nicht behoben. Eine einzige Bitcoin-Transaktion verbraucht so viel Energie, wie 170.000 Stunden YouTube-Videos anschauen. Das heißt, wenn morgen jede:r sein Bankkonto schließen würde, um auf Krypto umzusteigen, wäre das eine echte Umweltkatastrophe.

Die Transaktionen

Der zweite Grund, warum Bitcoin die Umwelt so stark belastet, ist die Verschwendung von materiellen Ressourcen und die Produktion eines riesigen Berges von Elektronikschrott. Auch hier ist das Mining von Bitcoins mit tonnenweise komplizierten Computerberechnungen verbunden, was die "Miner" dazu veranlasst, hochleistungsfähige Computerchips zu verwenden, die jedoch nur eine Lebensdauer von 1,3 Jahren haben und nicht recycelbar sind...

Was haben NFTs damit zu tun?

NFT heißt auf Deutsch…
  • Nougat-Feigen-Tafel
  • Neue Finanz-Transaktion
  • Nicht austauschbarer Token

Auch wenn es noch keine Studie gibt, die die Umweltauswirkungen von NFTs genau untersucht hat, sind diese Echtheitszertifikate eindeutig umweltschädlich, da sie die Verwendung von Kryptowährung erfordern. Also gut, wenn du den Rest des Artikels gelesen hast, weißt du, wovon wir reden...

Gibt es Möglichkeiten, um Kryptowährungen weniger umweltschädlich zu machen?

Es gibt einige Ansätze, z. B.:

  • Grüne Kryptowährungen: Wie Nano (NANO), Cardano (ADA) oder auch Stellar (XLM). Sie sollen einen geringeren Energieverbrauch haben als andere und einige bieten sogar an, ihren CO2-Fußabdruck zu minimieren, indem sie Umweltprojekte unterstützen und/oder Projekte zur Energiewende finanzieren (Nur Greenwashing? Wahrscheinlich).

  • Die Spielregeln ändern: Ethereum (ETH) aka die zweitgrößte Kryptowährung der Welt hat beispielsweise im Mai 2022 angekündigt, einen Teil seiner Funktionsweise für das Mining zu ändern, was seine ökologischen Auswirkungen drastisch reduzieren sollte. Tatsächlich wäre es nicht mehr nötig, Computerfarmen mit Strom zu versorgen, geschweige denn superkomplexe Berechnungen zu lösen #nichtschlecht

  • Echte Überlegungen zur Bedeutung von Kryptowährungen in unserer Gesellschaft anstellen und dabei die Dringlichkeit der Klimakrise berücksichtigen: Hugues Ferrebœuf, digitaler Projektleiter bei The Shift Project, meint: "Wir müssen uns auf den wesentlichen Energiebedarf konzentrieren, und Kryptowährungen sind kein solcher Bedarf. Alle Mining-Farmen, selbst wenn sie mit Sonnenkollektoren ausgestattet sind oder mit erneuerbaren Energien betrieben werden, bedeuten dennoch einen sehr hohen Stromverbrauch, der anderen, wichtigeren Verwendungszwecken verwehrt wird. Bitcoins und NFTs benötigen sehr viel Geld, Aufwand und Energie, ist das wirklich den Preis wert?".

👀 Quellen

Interview mit Hugues Ferrebœuf, Projektleiter bei The Shift Project
Libération
Notre-environnement.gouv
Franceinfo
Digiconomist
The good Goods

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Nicolas Quénard
The Lizard King