Fahrrad neben Fischen und Schafen

Bikepacking: Unsere Tipps für den Einstieg

5 min
Esther Meunier
Bist du gerade im Urlaub?
  • Yeess, mega nice hier 😍
  • Bald bald 🙃
  • Nope 😢

Reisen mit dem Fahrrad: Ist das wirklich so cool?

Du denkst, Fahrrad fahren ist viel zu anstrengend und eh nichts für dich? Bevor du das Ganze komplett verurteilst, kommen hier ein paar Argumente, die dich vielleicht doch vom Gegenteil überzeugen.

Nr. 1: Fahrradfahren = umweltfreundlich

Dass der Flug in den Urlaub nicht ganz umweltfreundlich ist, weißt du wahrscheinlich schon (ansonsten hier eine kleine Wissensauffrischung - und nein, das Argument, deine Co2-Emissionen auszugleichen zieht hier nicht). Auch das Auto verursacht extrem viele Treibhausgase. Als Alternativen bleiben also nur noch der Zug oder das Fahrrad.

Nr. 2: Mit dem Fahrrad bleibst du fit!

Dein Fahrrad, zwei kleine Satteltaschen - und voilà, das ist alles, was du brauchst. Deine Beine bringen dich überall hin, wo du willst. Manon Verger, Radreisende und Autorin des Reiseführers "Elixir De Velo" hebt nochmal die Vorteile einer Radreise hervor: “Sich bewegen, Sport treiben, im Freien leben, das ist einfach top für die Gesundheit!”

Nr. 3: Eine Reise durch viele verschiedene Landschaften

Auf einer Fahrradtour kannst du innerhalb eines Tages durch extrem viele verschiedene Landschaften fahren! Für die Radreisende Bénédicte spielt vor allem die langsame Art zu reisen eine große Rolle: “Auch wenn du nur ein oder zwei Tage unterwegs bist, hast du das Gefühl, mehrere Wochen unterwegs gewesen zu sein."

Haben wir dich überzeugt? Dann let’s go! 👇

Mit dem Fahrrad in den Urlaub: Wohin soll's gehen?

In Europa gibt’s viele offizielle Fahrradrouten (das gleiche gilt natürlich auch für den Rest der Welt)!

Schon mal von EuroVelo gehört?

Das sind Fahrradwege, die vom Europäischen Radfahrerverband vorgeschlagen werden (also Routen, die durch Europa führen). Es gibt insgesamt 19 verschiedene Radwege, deren Schwierigkeitsgrad nach Abschnitten variiert (mehr Infos findest du auch auf der EuroVelo-Website) 🇪🇺

Hier mal drei Beispiele:

  • Die Pilgerroute: Von Norwegen über Schweden, Dänemark, Deutschland, Belgien und Frankreich bis nach Spanien.
  • Die Atlantikküstenroute, die den Atlantik mit dem Schwarzen Meer verbindet und dabei 10 verschiedene Länder, unter anderem Frankreich, Deutschland und Kroatien durchquert.
  • Die Via Romea Francigena führt vom Süden Großbritanniens bis nach Italien und durchquert dabei insgesamt 7 Länder.

Natürlich hat nicht jede:r die Zeit, diese Routen von Anfang bis Ende zu fahren. Aber allein schon einen kleinen Teil der Strecke zu bewältigen ist ein besonderes Erlebnis. Kleiner Tipp von Manon dazu: “Die Wege sind nicht immer perfekt ausgeschildert, das hängt auch stark vom einzelnen Land ab. In Frankreich, Deutschland und Portugal sind die Wege aber gut zu sehen.”

Wie sieht es mit Strecken in deiner Umgebung aus?

Auch auf lokaler Ebene gibt es viele neue Radwege zu entdecken. Wenn die Routen nicht offiziell ausgeschrieben sind, gibt es zumindest Straßen, die mit dem Fahrrad befahrbar sind. Du kannst dich hierzu bei den lokalen Radtourismusverbänden informieren oder über die App Komoot.

Hier ein paar Beispiele für kürzere und regionale Routen:

  • Die Grande Traversée Du Jura: neben den einfacheren Routen, die für alle zugänglich sind, gibt es auch schwierigere Passstraßen für Expert:innen🚵‍♀️
  • Die Flussradroute von Basel bis Chalon-sur-Saône: eine Reise, die Bénédicte sehr geprägt hat: “Das war meine erste Reise alleine, einfach zum Einsteigen und super schön!”
  • Die Küstenroute von Montpellier nach Marseille: am Mittelmeer entlang und durch die Camargue (Pferde und Flamingos sind inklusive 😍)

Und wie finde ich den Schwierigkeitsgrad der Routen heraus?

Die meisten Websites geben in der Regel den Schwierigkeitsgrad und den Höhenunterschied einer Route an. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn du keine Lust auf zu viel Steigung hast (oder aufs Gegenteil: wenn du dich selbst challengen willst).

Und dabei immer beachten: Bei deiner ersten Radtour solltest du vielleicht nicht direkt 80km am Tag einplanen (vor allem, wenn du bisher nur wenig Erfahrung gesammelt hast).

Ebenfalls hilfreich: Wenn du eine Woche unterwegs bist, solltest du auf jeden Fall einen oder zwei Tage Pause einplanen, um wieder Kraft zu tanken.

Bikepacking: Was ist die ideale Ausrüstung?

Wichtigster Ratschlag von Bénédicte: Wenn du erst mit dem Bikepacking anfängst, ist es nicht notwendig, dir direkt die teuerste Ausrüstung zu kaufen. Tipp: Was du nicht selbst besitzt, kannst du dir sicher auch erstmal leihen oder mieten.

Und jetzt im Detail:

  • Dein Fahrrad: Laut Manon kannst du jedes Fahrrad benutzen, solange ein Gepäckträger daran befestigt werden kann: “Auch das Mountainbike, das in der Garage steht, braucht vielleicht einfach nur geeignete neue Reifen und zack, let's go!”
  • Dein Gepäck: Der Gepäckträger ist essenziell, damit du Satteltaschen an dein Fahrrad anbringen kannst (Béné erklärt, dass Bikepacking mit großen Rucksäcken sehr umständlich ist). Du kannst solche Taschen zum Beispiel easy auf Ebay-Kleinanzeigen finden.
  • Wenn es regnet: Bring als erstes deine Taschen ins Trockene! Béné erklärt dazu: “Wenn es regnet, wirst du als Radfahrer:in so oder so nass. Wenn deine Ersatzklamotten aber auch nass werden, hast du keine Alternative mehr. Ein Müllsack kann da zum Beispiel schon eine große Hilfe sein”.
  • Bei einem Platten: Du solltest ein Set mit Flickzeug, Patches, Luftpumpe dabei haben, am besten auch einen Ersatzschlauch, Reifenheber und einen Multifunktionsschlüssel.
  • Und wie sieht es mit den Klamotten aus: Ideal ist eine Radlerhose, die im Gesäßbereich gepolstert ist, damit du bequemer auf dem Sattel sitzt. Bénédicte und Manon waren auf ihren ersten Touren auch basic unterwegs: Bequeme Kleidung oder Sportklamotten, in denen du dich wohlfühlst. Und denk auf jeden Fall an deine Regenjacke und eine Sonnenbrille!
  • Trinken nicht vergessen! Eine Trinkflasche kannst du auf dem Weg überall auffüllen.

Bikepacking wie Backpacking - wo kannst du übernachten und essen?

Das kommt natürlich immer auf deine persönlichen Wünsche und die eigene Komfortzone an 👀

Unterkunft

  • Biwakieren / Wildcamping: In Deutschland ist Wildcamping leider nicht erlaubt. Eine coole Alternative zum überfüllten Campingplatz bietet allerdings ein “Trekkingplatz”: speziell ausgewiesene Plätze ohne viel Schnickschnack, auf denen du für einen kleinen Betrag übernachten kannst.
  • Camping: Schon ein bisschen luxuriöser als Wildcamping. Campingplätze gibt es überall entlang der großen Radwege (und es kann wirklich mega fun machen, in einem Zelt zu übernachten und es gibt Sanitäranlagen). Der Haken: Deine Übernachtung kostet immer etwas.
  • Couchsurfing: Wenn du nicht einfach an der Tür von Fremden klopfen willst, check mal WarmShowers - eine Art soziales Netzwerk für Radfahrer!
  • Und dann gibt es natürlich noch die klassischen Möglichkeiten, Urlaub zu machen: Ferienhaus, Gästezimmer, Hotel, Airbnb… Ganz klar die komfortabelste Art zu Reisen, kann aber auch sehr teuer werden. Außerdem musst du oft schon im Voraus buchen, wodurch der Trip nicht mehr ganz spontan wird.

Verpflegung

  • Nimm nicht zu viel mit! Manons wichtigster Ratschlag: Versuche, dein Gepäck soweit wie möglich zu reduzieren. Sie selbst kauft immer erst morgens ein, was sie für den jeweiligen Tag braucht. Pasta oder Couscous sind auch immer eine gute Alternative, die du einfach mit einem Campingkocher zubereiten kannst (ist aber kein Muss!).
  • Restaurants und Bäckereien: Wenn du wirklich nichts an Nahrungsmitteln tragen willst, kannst du natürlich auch zum Essen immer anhalten!
Hast du Bock?
  • Yes, bin schon dabei, eine Route rauszusuchen
  • Mmmmh, werde es mir noch überlegen
  • Neee, nicht so mein Ding
Camping oder was? Nachhaltig übernachten im Urlaub

👀 Quellen

Manon Verger, von “Rouages sans frontières”
Bénédicte Herbout, @bene_cycles
Eurovelo
France Vélotourisme
Komoot
Geo

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Esther Meunier
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