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Gemälde aus Farn
2 min

Kunst und Natur in einem? Check mal Land Art aus!

Was ist Land Art?

Was davon ist Land Art?
  • Steintürme
  • Zeichnungen im Sand
  • Mandalas aus Blättern

Warum es so cool ist:

  • Du kannst auf künstlerische Weise mit der Natur reconnecten
  • Deine Waldspaziergänge bekommen eine kreative Komponente
  • Du hast eine Beschäftigung am Strand
  • Du kannst eine Botschaft verbreiten (etwa: Achtet mehr auf unseren Planeten)
  • Jede:r hat etwas davon!

Es gibt allerdings eine Regel: Die Kunstwerke müssen vergänglich sein.

Das heißt, wenn du solche Werke sehen willst, musst du schnell vor Ort sein, bevor sie verschwunden sind (in Museen gibt es keine, bzw. sehr wenige). Oder du siehst dir Fotos oder Videos bei speziellen Ausstellungen zu Land Art an. Der Wow-Effekt ist dann zwar nicht so groß, aber es lohnt sich trotzdem!

Ein paar wilde Kunstwerke der Land Art:

  • Spiral Jetty von Robert Smithson (1970): Es ist das bekannteste Werk des Land Art-Meisters und liegt beim Großen Salzsee in Utah, USA. Stell dir eine 457 m lange Spirale (= ungefähr so groß wie 4 Fußballfelder) aus Matsch, Salzkristallen, Felsen und Holz vor. Es hat 6 Tage und viele viele Bagger gebraucht, um die Form der Spirale zu graben (eine ganz schöne Baustelle!)

  • Sun Tunnels von Nancy Holt (1973): Sie fuhr nach Utah in die Wüste und platzierte dort riesige Röhren in Form eines "X", sodass die Sonnenauf- und -untergänge zur Sommer- und Wintersonnenwende 4 Sternbilder in den Röhren bildeten. BTW: Sie war Robert Smithsons Frau.

  • The Lightning Field von Walter De Maria (1977): Der Künstler wollte tatsächlich “das Unzähmbare zähmen”, indem er mehr als 400 Pfosten aus Edelstahl in die Wüste New Mexikos stellte. Sein Ziel: Blitze anziehen und ein regelrechtes Feld an Blitzen kreieren (ganz einfach, oder?)

  • A Line Made By Walking von Richard Long (1967): Das Land Art-Werk mit der pursten ökologischen Vision überhaupt! Der Künstler zeichnete mit seinen Füßen eine Linie in ein Feld, um zu zeigen, dass der Mensch Spuren auf seinen Wegen hinterlässt, die Natur diese aber absorbiert und verwischt (wirkungsvoll!)

  • Tree Mountain von Ágnes Dénes (1996): Das Projekt der ungarischen Künstlerin ist super cool und komplett irre zugleich! Dénes arbeitet vor allem im Bereich der Umweltrekonstruktion und kreierte anlässlich der Rio-Konferenz von 1992 einen riesigen künstlichen Hügel, auf dem 11.000 Bäume spiralförmig angepflanzt wurden! Das Kunstwerk wurde sogar vom finnischen Umweltministerium für 400 Jahre geschützt, um es den nächsten Generationen zeigen zu können.

Immer weniger Künstler:innen widmen sich Land Art: Denn es wird immer schwieriger, Investor:innen zu finden, die ihre teuren, aber kurzlebigen Kunstwerke finanzieren.

Ist das umweltfreundlich?

Grundsätzlich ja. Laut Marjorie Brogat (Geschichtsprofessorin an der Kunstschule BRASSART in Grenoble) soll Land Art “in der Natur, mit der Natur und für die Natur” praktiziert werden. Doch im Laufe der Zeit sah sich die Bewegung mit zwei Schwierigkeiten konfrontiert:

  • Land Art wurde von den Museen aufgegriffen, was dem Kern der Sache schadet → denn ein Kunstwerk, das in der freien Natur geschaffen wurde, ist vergänglich. “Man sollte Land Art nicht im Museum sehen können. Es ist wie mit Street Art, die eben bloß auf die Straße gehört”, erklärt Marjorie Brogat.

  • Viele Kunstschaffende haben in ihren Kreationen den Bezug zur Natur vergessen oder missachtet, einfach aus Gründen der Ästhetik:

    Indem sie Materialien verwenden, die nicht biologisch abbaubar sind (Das Künstlerpaar Christo & Jeanne-Claude löste eine Kontroverse aus, als sie für "Surrounded Islands" mehrere Inseln mit rosafarbenem Plastik umhüllten)

    Indem sie die ursprüngliche Landschafte modifizieren, was schwerwiegende Folgen für die Biodiversität haben kann (Welche Arten leben an diesem Ort? Welche Bedingungen benötigen sie?)
Würdest du bei einem Wettbewerb im Sandburg-bauen mitmachen?
  • Klar!
  • Weiß nicht…
  • Never.

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😎 Du willst noch mehr wissen?

  • Troublemakers: The Story of Land Art (2015) von James Crump → Ein Dokumentarfilm über die Geschichte der Land Art in den 1960er und 1970er Jahren.

  • Rivers and Tides (2001) von Thomas Riedelsheimer → Dieser Film geht über das Leben von Andy Goldsworthy. Der britische Künstler kreierte viele Skulpturen aus natürlichen Materialien.

  • Jedes Jahr finden einige Land Art-Festivals statt. Eine kleinen Internetrecherche verrät dir, wann es eines in deiner Nähe gibt!

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👀 Quellen

Interview mit Marjorie Brogat, Kunstgeschichtsprofessorin an der Kunstschule BRASSART in Grenoble
Cairn - La terre comme substance ou le Land Art, Éliane Elmaleh (2002)

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Nicolas Quénard
The Lizard King