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5 schnelle Lösungen für eine nachhaltigere Landwirtschaft

Die Landwirtschaft steht vor zwei großen Herausforderungen:

  • Nr. 1: Die klimatischen Bedingungen ändern sich und an diese Veränderungen werden wir uns anpassen müssen.
  • Nr. 2: Die Landwirtschaft an sich ist für viele Treibhausgasemissionen verantwortlich und trägt somit zum Klimawandel bei.
2020 entfielen auf die Landwirtschaft…
  • 2,2 % der Emissionen in Deutschland
  • 5,5 % der Emissionen in Deutschland
  • 7,7 % der Emissionen in Deutschland

Die Rolle im Klimawandel ist sowohl aus sozialer als auch aus wirtschaftlicher Sicht eine Herausforderung für die Menschen, die von der Landwirtschaft leben (und auch in Zukunft noch davon leben wollen). Das Ganze hat Auswirkungen auf die Ernährung der Deutschen und die Biodiversität.

Kurz gesagt: Die Landwirtschaft muss einiges verändern (eigentlich: eine ganze Menge). Dabei müssen die Menschen, die von ihr abhängig sind, und auch die Umwelt mit einbezogen werden.

Dafür gibt es bereits Lösungsansätze! Wir stellen dir 5 davon vor:

Lösungsansatz Nummer 1: Mehr Hülsenfrüchte anbauen

Aka Erbsen und ganz viele Bohnen (grüne Bohnen, weiße Bohnen, rote Bohnen, Sojabohnen…).

Warum das gut wäre? Weil sie eine ganze Menge toller Sachen können:

  • Sie sind reich an Protein, also gut für eine ausgewogene Ernährung und zwar sowohl für Tiere als auch für Menschen (vor allem sind sie ein super Fleischersatz!).
  • Sie sind ein echter Gewinn für die Felder! Sie nutzen den Stickstoff in der Luft und brauchen daher keinen extra Stickstoffdünger in der Erde. Außerdem geben sie den Stickstoff in den Boden zurück, sodass die nachfolgenden Kulturen weniger Dünger brauchen. Das ist top, denn Stickstoffdünger ist ziemlich schlecht für die Umwelt, also je weniger, desto besser.
  • Die Biodiversität wird gefördert. Meistens wird nämlich immer dasselbe angebaut: Raps, Weizen, Gerste. Hülsenfrüchte bringen Abwechslung rein, wodurch die Pflanzen weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge sind.

Lösungsansatz Nummer 2: Mehr Bäume pflanzen

Das Pflanzen von Bäumen am Feldrand (also Hecken) oder auf den Feldern (was als Agroforstwirtschaft bezeichnet wird) hat viele positive Auswirkungen:

  • Mehr Kohlenstoff wird absorbiert (was die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre reduziert und somit dem Klimawandel entgegenwirkt)
  • Es kommt seltener zu Erosionen*
  • Der Boden wird gelockert, sodass er Wasser besser aufnehmen kann
  • Die Biodiversität wird gefördert
  • Bei starker Hitze wird ein Schattenspender für Pflanzen und Tiere geschaffen

Die einzige Problematik dabei: Man muss genau berechnen, wo die Bäume gepflanzt werden sollen, da mehr Bäume und Hecken in der Pflanzenwelt auch mehr Konkurrenz um Wasser und Licht bedeutet.

Lösungsansatz Nummer 3: Keine ungenutzten Flächen

Zwischen zwei Anbauzyklen bleiben die Felder manchmal ungenutzt, d. h. es wächst nichts darauf. Dabei ist es für die Umwelt viel besser, die freien Flächen mit Zwischenkulturen (= Anbau zwischen 2 Kulturen) zu bepflanzen.

Warum?

  • Der Boden wird vor Erosion geschützt, weil die Pflanzen die Erde fixieren (das ist vor allem in Bezug auf Unwetter und Überschwemmungen extrem hilfreich, weil das Wasser dann nicht alles wegspült)
  • Das Wasser wird vom Boden besser aufgenommen und gehalten
  • Es kommt neue organische Substanz in den Boden
  • Es wird CO2 absorbiert
  • Wenn man als Zwischenkultur Hülsenfrüchte anbaut, kommen noch alle oben genannten Vorteile von Hülsenfrüchten dazu!

Im Grunde vereint diese Technik alle Vorteile der beiden vorher genannten Lösungsansätze. Ziemlich cool, oder?

Lösungsansatz Nummer 4: Der sinnvolle Einsatz von Tierkaka!

Ja, richtig gelesen.

Die Masse an tierischen Ausscheidungen ist bekanntlich ziemlich problematisch für die Umwelt: Sie setzt Treibhausgase frei und verschmutzt das Wasser. Dabei könnten wir den Spieß umdrehen und positiv nutzen: Tierkaka ist nämlich ein toller organischer Dünger und könnte den Einsatz von synthetischen Düngemitteln reduzieren.

→ Eine effiziente Nutzung tierischer Ausscheidungen würde die Umweltverschmutzung durch die Ausscheidungen selbst sowie die Umweltverschmutzung durch synthetische Düngemittel reduzieren!

Man bräuchte natürlich nicht alle derzeit produzierten Ausscheidungen… Das heißt, wenn man die Massentierhaltung ein bisschen reduziert, hätte man immer noch genug Mist aus nachhaltiger Tierhaltung, um die Felder mit organischem Dünger zu versorgen… Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Lösungsansatz Nummer 5: Mehr Wiesen

Bei “Wiese” denkst du wahrscheinlich an eine idyllische Grünfläche voller Blumen, Pflanzen (und Menschen)

Das ist gar nicht so weit von der Realität entfernt. Im Grunde genommen geht es um eine Grasfläche, die zur Fütterung von Tieren genutzt wird. Entweder indem man die Wiese zu Heu verarbeitet und die Tiere damit füttert oder indem man beispielsweise Kühe darauf leben und fressen lässt (das nennt man dann Weidewirtschaft).

Darum sind Wiesen gut für eine nachhaltige Landwirtschaft:

  • Die Wasser- und Bodenqualität wird geschützt
  • Es wird CO2 gespeichert (kommt dir langsam bekannt vor, oder?)
  • Sie brauchen fast keinen Dünger (vor allem, wenn man ein paar Hülsenfrüchte mit reinmischt hihi)
  • Sie verbrauchen relativ wenig Wasser
  • Sie dienen als Nahrungsquelle für Tiere und können so zum Beispiel Mais ersetzen, der viel mehr Wasser verbraucht. (Gut zu wissen, bei den Dürreperioden, die uns allem Anschein nach bevorstehen…)

Der Haken an der Sache ist, dass Wiesen für Landwirt*innen derzeit nicht gerade rentabel sind. Man muss also die landwirtschaftlichen Produktionsketten und das System der staatlichen Beihilfen anders organisieren. Alle Leistungen, die von Wiesenflächen erbracht werden, sollten angemessen vergütet sein.

Was hältst du so von diesen Ideen?
  • Voll cool, worauf warten wir?
  • Naja, die Welt verändert man damit jetzt auch nicht
  • Schaffen wir eh nicht
Was ist die Weltklimakonferenz?

🔍 Was bedeutet

Erosion: Abtragung der Erdoberfläche, indem das organische Material, aus dem der Boden besteht, weggespült wird (durch Wind oder Wasser)

👀 Quellen

ADEME
INRAE
THÜNEN Institut
Umweltbundesamt

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Esther Meunier
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