• GREEN YOURSELF 🥦 Wie konsumieren wir besser, und vor allem weniger?

    Das ist der Kreislauf, den wir ständig durchlaufen:

    Kreislauf unseres Konsumverhaltens: von Konsumieren zu Wegwerfen

    Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich die "westliche Welt" (also "westlich" aus eurozentristischer Sicht) zu einer Konsumgesellschaft entwickelt. Sehr vereinfacht gesagt ist das ein System, in dem du dazu angeregt wirst, immer mehr zu konsumieren.

    Dass alles sofort verfügbar ist, ist natürlich sehr angenehm, hat aber große Nachteile für unsere Umwelt (und teilweise für die Menschen, die unter sehr schlechten Bedingung für uns hier daran arbeiten).

    👉 Produzieren 👉 Wegwerfen 👉 Produzieren 👉 Wegwerfen 🔁 Dabei wird unheimllich viel verschwendet und es entstehen Unmengen an Müll.

    Wie viel wirft ein:e Europäer:in im Durchschnitt weg?
    • 1 Tonne Müll im Jahr
    • 5 Tonnen Müll im Jahr
    • 15 Tonnen Müll im Jahr

    👉 Das basiert auf dem Konzept des "grenzenlosen Wachstums" (des Angebots und der Nachfrage). Diese Konzept ist aber nicht mit der endlichen Welt vereinbar, die wir nun mal haben. Earth is the limit 🚀

    “Aktuell verbrauchen wir so viele Ressourcen, wie noch nie und übersteigen die Produktionskapazitäten der Erde”, mahnt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Der Beweis: am 29. Juli 2021 haben wir bereits unser gesamtes jährliches Budget an natürlichen Ressourcen aufgebraucht und bedienen uns seit dem an den Ressourcen anderer Länder mit schwacherer Industrie.🙄

    Um die Erde zu schützen, muss dieser Kreislauf also durchbrochen werden! ✊

    Kreislauf unseres Konsumverhaltens wird unterbrochen durch: reparieren, ausleihen, selbst machen, mieten

    Es ist unmöglich, das System alleine zu bekämpfen. Doch indem du deine Gewohnheiten änderst und andere dazu inspirierst, es auch zu tun, kannst du dazu beitragen, dass das Konsumverhalten sich weltweit ändert. 🙌

    Hier kommen 5 Ratschläge, um den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren.

    Tipp Nr. 1 - Keine Werbung

    Wenn die Konsumgesellschaft Batman wäre, dann wäre die Werbung Robin. Die Werbespots vor YouTube-Videos, zwischen Instagram-Storys oder mitten in der Folge deiner Lieblingsfernsehsendung sollen deine Aufmerksamkeit catchen und ein Verlangen nach den Produkten/Dienstleistungen bei dir bewirken.

    Wie viel Werbung sollte es geben?
    • Mehr Werbung 🙆
    • Genauso viel Werbung 🤷
    • Weniger Werbung 🙅

    Bei der Produktion von Werbung werden oft wissenschaftliche Erkenntnisse über das Gehirn benutzt, um möglichst eindrucksvoll auf dich zu wirken. Dies nennt man Neuromarketing*.

    Wenn du deinen Verbrauch senken möchtest, solltest du versuchen, so wenig Werbung wie möglich zu konsumieren. Leichter gesagt, als getan. Wir werden heute an allen Ecken und Enden mit Werbung bespielt… 🙄 Deshalb kämpfen einige Kollektive dafür, dass Werbung eingeschränkt oder verboten werden sollte, denn oft ist sie manipulativ.

    2014 wurde in einer europäischen Stadt beschlossen, Außenwerbung im öffentlichen Raum stark einzuschränken.

    Weißt du in welcher Stadt?
    • Dubrovnik 🇭🇷
    • Grenoble 🇫🇷
    • Odense 🇩🇰

    Tipp Nr. 2 - Vor dem Kauf gut überlegen


    OK, dieses T-Shirt ist nice. Dieses Smartphone macht bessere Bilder als dein aktuelles. Und das Game, das du schon seit Ewigkeiten kaufen möchtest ist endlich draußen!!!

    Zeichentrickfigur mit einem Bündel Geldscheinen in der Hand

    Einmal tief durchatmen. Brauchst du das wirklich?

    Shoppen setzt Dopamin frei, ein Hormon, das einen Belohnungseffekt im Gehirn hat. Es löst sofortige Freude aus, die aber süchtig machen kann und auf die oftmals Schuldgefühle folgen (wieso hab ich dieses Teil gekauft, obwohl ich schon 150 ähnliche zuhause habe??) 😱

    Anstatt deinen Online-Warenkorb sofort zu bestätigen, nimm dir 24 Stunden zum Nachdenken. Du wirst überrascht sein, wie sinnlos dir der Kauf vorkommt, der gestern noch super notwendig wirkte 💭

    Wenn du etwas Hilfe gebrauchen kannst: Hier findest du 5 wichtige Fragen, die du dir vor einem Kauf stellen kannst!

    Tipp Nr. 3 - Es geht auch ohne zu kaufen

    Du bist dir sicher: Du brauchst diesen Gegenstand. Es gibt tausend verschiedene Möglichkeiten (ok, nein, vielleicht nicht ganz so viele, aber du weißt was wir meinen), um ihn zu bekommen, ohne ihn neu zu kaufen.

    Die kanadische Illustratorin Sarah Lazarovic hat in einer “Buyerarchy of Needs” alle Schritte zusammengefasst, die man bedenken sollte, bevor man neue Produkte kauft ↓

    Pyramide mit Steps, die man vor einem Kauf in Erwägung ziehen sollte

    Tipp Nr. 4 - Gute Produkte wählen

    Du benötigst dieses Produkt und du hast keine andere Möglichkeit, als es neu zu kaufen? Versuche auf die Qualität zu achten (je nach Budget natürlich). Das kostet dich vielleicht jetzt mehr Geld, aber das Produkt hält dann vielleicht auch länger. ✨

    Diese Hinweise können auch hefen:

    👉 Umweltsiegel (wie das Bio-Siegel) helfen dabei, auszumachen, welche Produkte umweltfreundlicher produziert wurden. Hier eine kleine Übersicht der wichtigsten Siegel.

    👉 Apps wie Green Fashion oder Buycott helfen dabei, umweltfreundlichere Produkte zu wählen.

    Tipp Nr. 5 - Realistisch bleiben

    Du willst das Teil wirklich? Kauf es. Niemand ist perfekt. Man muss sich auch mal was gönnen und dafür kannst du dann vielleicht beim nächsten Teil leichter Nein sagen. 😎

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    😎 Du willst mehr?

    Ich brauch es. Jetzt!: Vielleicht kannst du dich mit Amatu identifizieren, die Schwierigkeiten hat, weniger Klamotten zu kaufen (because, you know, die Gesellschaft).

    Neuromarketing – wie uns Werbung manipuliert: Wie genau beeinflusst die Marketingstrategie unser Gehirn und unsere Kaufentscheidungen? Antworten hier.

    Weniger Konsum - mehr Glück?: Eine Dokumentation über den Druck, zu konsumieren, und wie Minimalismus funktionieren kann.

    🔍 Was bedeutet...

    Neuromarketing: Die Nutzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Funktionsweise des Gehirns im Marketing und der Kommunikation.

    👀 Quellen


    Ademe
    BBC
    Ministère de la Transition Écologique
    Rapport sur l’environnement en France
    Sarah Lazarovic
    The Guardian
    UNEP
    Yes Magazine

    🐳 Von Pauline Vallée