• PIXEL TO GO 🥡 Wie erfolgreich war die COP26?

    Die Weltklimakonferenz (COP26) endete etwas verspätet letzten Samstag (13. November) mit der Verabschiedung des Klimapakts von Glasgow (gibts hier auf Englisch).

    197 Länder + 2 Wochen Verhandlungen = 1 Ergebnis. Wir haben die wichtigsten Punkte aus dem Abkommen zusammengefasst. Was meinst du, top oder flop?

    1,5-Grad-Ziel soll beibehalten werden

    Alle Länder, die das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet haben, müssen ihre Strategie zur Reduzierung der Emissionen alle 5 Jahre neu anpassen → die sogenannten “Nationally determined contributions (NDCs)”. Die erste Deadline endete dieses Jahr in Glasgow: Netter Versuch, aber mit diesen neuen NDCs halten wir immer noch nicht das Ziel von maximal +2°C Erwärmung bis 2100 ein (es sieht aktuell eher nach +2,4°C aus).

    Der Glasgow-Pakt macht aber weiter Druck auf die einzelnen Staaten: Die NDCs werden als nächstes bereits 2022 statt 2025 überprüft! 💪

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    Fossile Brennstoffe stoppen

    Eines der großen Themen auf der COP26 war der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen*, also den Energieträgern, die für den Großteil der weltweiten Emissionen und damit auch für den Klimawandel mitverantwortlich sind.

    Die endgültige Fassung des Glasgower Pakts wurde in letzter Minute nochmal geändert. Das Ergebnis:

    👉 Der Einsatz fossiler Brennstoffe soll lediglich reduziert werden, während im ersten Entwurf noch von einem endgültigen Ausstieg die Rede war

    👉 Nur “ineffiziente” Subventionen für fossile Brennstoffe sollen gestoppt werden (und nicht allgemein alle, das war nur in der ersten Version geplant)

    👉 Gas und Öl werden komplett ignoriert, da ändert sich nichts

    Viele Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen finden die neuen Ziele daher unzureichend und falsch 💔

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    Das Konzept der Kohlenstoffmärkte überarbeiten

    Eine der größten Herausforderungen war die Umsetzung von Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens → es geht um die sogenannten “Kohlenstoffmärkte”, also die Möglichkeit für Staaten, mit ihren Emissionen zu handeln, sodass der Klimaschutz trotzdem umgesetzt werden und die Klimaneutralität* erreicht werden kann.

    Und wie soll das gehen? Wenn du die Umwelt verschmutzt, nimmst du eine sogenannte Kohlenstoffschuld auf dich, die aber durch einen Kohlenstoffkredit ausgeglichen werden kann → also entweder kaufst du einen solchen Kredit von einem anderen Land oder du schaffst selbst eine Klimakompensation*, in dem du beispielsweise Bäume pflanzt oder neue Technologien einsetzt.

    ⚠️ Das Ziel scheint damit erreicht, es gibt aber natürlich einen Haken:

    👉 Kohlenstoffmärkte bestehen schon seit vielen Jahren: deshalb können die Staaten auch jetzt noch mit alten Kohlenstoffgutschriften (sogar noch von 2013) handeln → es wird also billiger, die Umwelt zu verschmutzen und die Reduzierung der Emissionen schwieriger

    👉 Es gibt noch immer Schlupflöcher, durch die Unternehmen und Staaten das System hintergehen können

    👉 Viele Aktivist:innen und Expert:innen sehen Kohlenstoffmärkte daher als eine Art Greenwashing *

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    Anpassungen finanzieren

    Laut dem Pariser Klimaabkommen sollen Industrieländer jährlich (bis 2025) 100 Milliarden US-Dollar zur Bekämpfung der Klimakrise zahlen. Dieser Betrag soll dann an die gefährdeten Länder zur Finanzierung von Anpassungen an den Klimawandel gehen.

    Das Problem dabei: Die 100 Milliarden wurden weder 2019, noch 2020 vollständig eingezahlt. Durch den Glasgow-Pakt werden die Länder dazu aufgefordert, dieser Verpflichtung “dringend” nachzukommen und einen höheren Betrag als die versprochene Summe zu zahlen.

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    Kosten von “Verlusten und Schäden” entschädigen

    Die Begriffe “Verluste und Schäden” fassen alle Folgen zusammen, die der Klimawandel bereits mit sich gebracht hat und ganz sicher auch in Zukunft bringen wird. Zum Beispiel durch Wirbelstürme oder den steigenden Wasserspiegel. 😱

    Die am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder haben sich erhofft, Geld von den Industrieländern zu bekommen, um die Kosten der entstandenen Schäden zu bezahlen.

    Letztendlich besteht der einzige Beschluss der COP26 zu diesem Thema darin, das Santiago Netzwerk zu finanzieren = ein Netzwerk zur Erforschung dieser Schäden (also keine wirklich konkrete Aktion 🙈).

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    Zusammenarbeit

    Beim Thema Zusammenarbeit wurden viele Bereiche berücksichtigt. Das finale Abkommen sagt zwar, dass die Jugend, indigene Völker und NGOs noch mehr einbezogen werden müssen, diese Gruppen fühlen sich aber nicht wirklich als Teil der Vorgänge. 🤨

    Von den Staaten haben die USA und China (surprise!) angekündigt, in den nächsten zehn Jahren besser zu kooperieren: Das ist bedeutend, wenn man bedenkt, dass das die beiden größten Co2-Verursacher sind.

    Bei den meisten Themen wurden die Meinungen der kleineren Staaten und der Globale Süden (Süden, wenn man eurozentristisch denkt) aber nur wenig einbezogen: Viele halten das Abkommen für eine Vereinbarung zum Vorteil der Industrieländer.

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    Ergebnisliste von der COP26

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    🔍 Was bedeutet...

    Fossile Brennstoffe: Energien, die aus der Zersetzung von Pflanzen und Tieren vor Millionen von Jahren stammen, z.B. Kohle, Gas oder Öl. Durch die Verbrennung dieser Stoffe zur Energiegewinnung werden viele Treibhausgase freigesetzt → die den Klimawandel beschleunigen.

    Klimaneutralität: Das Gleichgewicht zwischen der Co2-Emission und dessen Aufnahme aus der Atmosphäre (die Emissionen werden dadurch ausgeglichen).

    Klimakompensation: Emissionen können durch natürliche Methoden (z.B. neue Bäume anpflanzen) oder neuen Technologien (z.B. Co2 unter der Erde einschließen) ausgeglichen werden. Dieses Verfahren ist aber sehr umstritten.

    Greenwashing: Ein Produkt, eine Strategie oder eine politische Entscheidung wird umweltfreundlicher verkauft, als es tatsächlich der Fall ist.



    👀 Sources

    Europäische Kommission
    UNEP
    United Nations
    Climate Action Tracker
    Statista
    Mediapart